Übersicht:


   
 

up 11. Schüler-Welt-Theatertag am 22. März 2010

Schirmherr:
Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst
Prof. Sabine von Schorlemer

15 Bühnen 56 Vorstellungen 800 Darsteller aus ganz Ostsachsen über 5.000 Zuschauer an einem Tag

Lassen Sie sich einladen zu einem Theaterereignis der ganz besonderen Art. An einem Montag im Jahr ist in und um das Theater, sogar in der ganzen Stadt Bautzen, nichts mehr wie es vorher war. Alles dreht sich um die Bretter, die die Welt bedeuten. Für einen Tag stehen rund 800 Kinder und Jugendliche aus dem ganzen Kulturraum im Rampenlicht und das im wörtlichen Sinn. Bereits zum elften Mal in Folge treffen sich Kinder-und Schülertheatergruppen in Bautzen - von Jahr zu Jahr werden es mehr. 50 Gruppen zeigen ihr Können, über 5000 Zuschauer werden 2010 erwartet.

Flyer zum Download

großes Haus, Hauptbühne, Seminarstraße 12

08:45 Eröffnung

09:00 Ein Prinz auf der Suche nach seinem Supergirl Musical-AG, Goethe-Mittelschule Wilthen

10.30 Das magische Auge von Ina Riedel, Musical, Grundschule "Am Gickelsberg" Kamenz

12.15 Felicitas Kunterbunt von Wolfgang Goldstein Musical, Grundschule Rothenburg

13.45 Geschichten im Park Tanzstudio Wendisch, Zentrum für künstlerischen Tanz Bautzen

14.00 Die Gedanken sind frei Tanzstudio Wendisch, Zentrum für künstlerischen Tanz Bautzen

14:30 Verabschiedung der Teilnehmer

14.45 Gestrandet auf der Partyinsel Tanzcompany "Dance United" des MSV Bautzen

großes Haus, Westfoyer

13:30 Spielleitertreffen

großes Haus, Probebühne 1, Seminarstraße 12, Eingang Bauerngasse

9.00 Aufschrei 11 Monologe die Gefühlslage sensibler junger Menschen darstellend, die irgendwann allein gelassen wurden ... aufgeschrieben von Helga Schubert, Geschwistwer Scholl-Gymnasium Löbau

10.15 Aufsässige Gören Episode aus "Ach Papa!" von Hans-Georg Kraus, Schiller-Gymnasium Bautzen

11.30 Das Sternenguckergeheimnis 2 von Helga Schubert, Geschwister -Scholl-Gymnasium Löbau

13.00 Camping, Koks und Hollywood von Bernd Spehling, Berufliches Schulzentrum Löbau

großes Haus, Probebühne 2, Seminarstr.aße 12, Eingang Bauerngasse

9.00 Das Leben ist bunt Sketchmix, Philipp-Melanchthon-Gymnasium Bautzen

10.15 Rettungsinsel nach "Der Sturm" von W. Shakespeare, Geschwister-Scholl-Gymnasium Löbau

11.30 Heavy Heaven von Christiane Horstmann, Geschwister-Scholl-Gymnasium Löbau

12.30 Geschwister von Mirko Brankatschk, Maskenspiel, Gerhard-Hauptmann-Mittelschule Sohland

13.30 Die märchenhaften Musterschüler Kabarett, Goethe-Mittelschule Wilthen

Burgtheater, großer Saal, Ortenburg 4 - 7

9.00 Die Schachnovelle von Stefan Zweig, Berufliches Schulzentrum für Wirtschaft und Technik Bautzen

10.30 Toms Traum Musical von Gerhard A. Meyer, Andert-Mittelschule Ebersbach

12.00 Bianca und die sieben Zwerge Märchenmusical von Patricia Liedke-Wittenborn, Klaus-Riedel- Mittelschule Bernstadt

13.30 Die Räuber Auszüge, nach Friedrich Schiller, Sorbische Mittelschule Bautzen

Burgtheater, kleiner Saal, Ortenburg 4 - 7

9.00 Lachen und Verzeihen und Der kleine Pfannkuchen, Max-Militzer-GS Bautzen

10.00 Chaos im Märchenwald von Teresa Stübner, Sorbische Grundschule "Dr. M. Grollmuß" Radibor

11.00 Schneewittchen nach den Gebrüdern Grimm, Hort der Grundschule F. J. Curie Bautzen

12.15 Der Götterstreit im Olymp Mittelschule Gesundbrunnen Bautzen

12.25 Das Tiergericht Mittelschule Gesundbrunnen Bautzen

Sorbisches Museum, Festsaal, Ortenburg

9.00 + Spielkiste von Heide-Simone Barth, Projekt des Theaterclubs für junge Leute am Deutsch-

11.00 Sorbischen Volkstheater Bautzen

10.00 Liebeskummer von Heike Schrader und Frigga Schnelle, Grundschule "Dr. Gregor Mättig" Bautzen

Oberverwaltungsgericht, Stucksaal, Ortenburg

11.00 Der zerbrochene Krug Szenenfolge nach Heinrich von Kleist, künstlerisches Profil des Evangelischen Zinzendorf-Gymnasiums Herrnhut

12.00 Sketch up Mittelschule "Am Burgteich" Zittau

BSZ für Wirtschaft Bautzen, Aula, Schilleranlagen 1

10.00 Der Wolf und die 7 Geißlein nach den Gebrüdern Grimm, WIR - Freie Mittelschule Bernsdorf

10.25 Hänsel und Gretel nach den Gebrüdern Grimm, WIR - Freie Mittelschule Bernsdorf

Philipp-Melanchthon-Gymnasium, Aula, Bahnhofstraße 2, Eingang Schilleranlagen

9.30 Der Wettlauf zwischen Hase und Igel nach den Gebrüdern Grimm, Grundschule Bernsdorf

10.30 Kunibert und der goldene Teller von Ute Großmann, Kindertagesstätte "Zum Rittertürmchen" Klix, Hortkinder der Grundschule Großdubrau

Mehrzweckraum, Tzschirnerstraße 1

9.00 Merlins return Projektvorschlag aus English G 2000, Cornelsen,
in englischer Sprache, Schiller-Gymnasium Bautzen

10.00 Petronius Sockenkobold von Silvio Handrick, Philipp-Melanchthon-Gymnasium Bautzen

11.30 15 Tage von Silvio Handrick, Marie Theres Sauer und Anna Kirschke, Philipp-Melanchthon- Gymnasium Bautzen PREMIERE

13.00 Hamlet nach W. Shakespeare, Schiller-Gymnasium Bautzen

14.00 Die Bekanntmachung/Audienz bei August dem Starken künstlerisches Profil Klasse 10, Schiller- Gymnasium Bautzen

Maria-Montessori-Grundschule, St.-Benno-Saal, Tzschirnerstraße 12

9.00 Einmal in der Arche Noah von Anna Pietak-Malinowska, mit Gedichten von Jan Brzechwa, Deutsch-Polnisches Kindertheater der Maria-Montessori-Grundschule Bautzen

Sorbisches Nationalensemble, Äußere Lauenstraße 2

10.30 Das Märchen vom traurigen Heinz Astrid-Lindgren-Schule Weißwasser

12.00 Eine Seefahrt, die ist lustig von C. Hühn, K. Zielinski und K. Mager, Showtanzgruppe Königsbrück eV

13.00 Vom Teufelchen, das keins mehr sein wollte von Ines Kowalsky, Hans-Fallada-Schule Weißwasser

Haus der Sorben, Saal, Postplatz 1

9.00 Die Weihnachtsgans Auguste von Friedrich Wolf, Sorbische Mittelschule Bautzen

10.00 Aschenputtel /Hase und Igel nach den Gebrüdern Grimm, Grundschule Boxberg

11.00 Des Kaisers neue Kleider von Anna Gallinat, Grundschule Hochkirch

13.00 Der Regenbogenfisch Kindermusical von Detlef Jöker, Hort der Grundschule Wiesa

Jugendhaus TIK, Töpferstraße 23

9.00 Mit 7 war ich nicht mehr Gott von Horst Gerberich, Theatergruppe Kinderarche Sachsen e.V.

10.00 Joseph, ein echt cooler Träumer Musical von Ruthild Wilson, Musik von Ruthild Wilson und Heinz- Helmut Jost-Naujoks Mittelschule Rödertal

11.30 Gute Nacht, Mrs. Stratfield von Nischka Franck, Heinrich-Pestalozzi-Schule Löbau

Steinhaus e.V. Bautzen Theaterraum, Steinstraße 35

9.00 Schwarz und Weiß Figurenspielereien im ultravioletten Licht von Valeriya Pierstorf, Puppenspiel AG Steinhaus

Mit Unterstützung des Fördervereins des DSVTh e.V. und des Deutschen Bühnenvereins

Informationen bei Theaterpädagogin

Heide-Simone Barth, Tel.: 0 35 91/584-271; Fax.: 0 35 91/584-278

up


   
       
 

up Puppen, Wein und Kerzenschein

Reihe im Puppentheater auch 2009/2010

Lachen mit Loriot: Puppen ante portas

Seit einem Jahr läuft bei uns die Reihe "Puppen, Wein und Kerzenschein", in der wir einmal im Monat besonderes Puppentheater für Erwachsene und den Lieblingswein des Froschkönigs anbieten. Sie erleben im Burgtheater einen entspannten Abend mit meist heiteren Theaterstücken. In der neuen Spielzeit wollen wir für Sie auch besondere Gäste einladen. Am 18. September 19.30 Uhr sehen Sie "Puppen ante portas" vom "Theater auf der Zitadelle" aus Berlin. In diesem Stück wollen zwei Puppenspieler endlich reich und berühmt werden und deshalb einen kleinen Demo- Film drehen, in dem sie ihr neues Projekt vorstellen: Sie rufen "auf Sendung" Leute an, befragen diese zu Loriot und zu ihren Lieblingssketchen, die sie natürlich ganz nach dem Vorbild "Wünsch dir was" mit Puppen vorspielen. Leider läuft die Sache nicht ganz wie geplant, also eher "loriotmäßig" ab und wir hoffen, dass Sie viel zu lachen haben!Loriot


18. September, 19.30 Uhr

Gastspiel des Puppentheaters "Theater auf der Zitadelle" Berlin

"Puppen ante portas"
- ein vergnüglicher Abend mit Sketchen von Loriot-
Burgtheater


16. Oktober, 19.30 Uhr

"Die Wahrheit über Hänsel und Gretel"
-das bekannte Märchen und wie die Sache nun wirklich war -
Burgtheater


21. November, 19.30 Uhr

-witzig, unterhaltsam, musikalisch-
"60 schöne Böswetterminuten"
Gastspiel vom Potsdamer internationalen Kleinkunstpreisträger Wolfgang Lasch
Burgtheater


25. Dezember, 19.30 Uhr

"Weiße Weihnacht"
-der Schneemann und die Schneekönigin-
Burgtheater


30. Januar, 19.30 Uhr

"Malerische Begegnungen"
-Paul Klee und Hundertwasser-
Burgtheater


15. Februar, 19.30 Uhr

"Rumpelabend"
mit zwei Stielzchen zum Rosenmmontag
Burgtheater


26. März, 19.30 Uhr

" Dr. Jekyll und Mr. Hyde"
- eine Kriminalgeschichte-
Burgtheater


16. Apri, 19.30 Uhr

" Frisches Brot und alte Märchen"
- wenn Frau Geiß gebacken hat, gibts Ziegenkäse-
Burgtheater


15. Mai 19.30 Uhr

" Der doppelte Orest "
- Rietschelgiebel drin und draußen-
Burgtheater / Rietschelgiebel / Burghof


Der Froschkönig empfiehlt Ihnen an jedem dieser Abende einen besonderen Wein-

In diesem Sinne: Vorhang auf und Bühne frei.

up


   
       
 

up Grußwort des Landrats

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Besucher und Freunde des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters Bautzen,

schon im letzten Jahr konnten wir uns über den Beginn des 2. Bauabschnitts am Großen Haus freuen, in dieser Spielzeit erwarten wir nun schon die Inbetriebnahme der Anbauten und des Magazins. Damit werden vor allem die Bedingungen für die Schauspieler in Garderobe, Maske und Aufenthaltsräumen verbessert. Das Ensemble kann so auf einen weiteren Teil der Sanierungsarbeiten zurückblicken und sieht sich den optimalen Arbeits- und Gastgeberbedingungen wieder ein Stückchen näher.
Die Spielzeit 2009/2010 wartet erneut mit zahlreichen Höhepunkten für die ganze Familie auf. Das breit gefächerte Angebot von Schau-, Puppen- und Singspielen, Komödien und Koproduktionen mit den befreundeten Theatern bietet für Jedermann, insbesondere für Kinder, einen persönlichen Leckerbissen. An den unterschiedlichsten Spielstätten, wie dem großen Saal, dem Burgtheater, in Kitas, bis hin zu Gastspielen in Görlitz oder Hoyerswerda präsentiert das Theater die zweisprachige Kulturlandschaft des Landkreises Bautzen.
So freuen wir uns besonders auf die deutsche Erstaufführung des Stücks "Im Schatten der Kerze" von Jìwa-Marja Èornakec, welches schon im Frühjahr als sorbischsprachige Inszenierung Erfolge feiern konnte. Im Herbst 2009 jährt sich nun zum 20. Mal der Fall der Mauer. Für viele Bürger war das ein Umbruch mit einschneidenden Veränderungen. Aber wir sehen heute, auch eine friedliche Revolution hat ihr Gutes. Wir haben die Chancen des Umbruchs genutzt und heute nicht nur in der Theaterlandschaft eine Freiheit, mit der wir niemals gerechnet hätten. Besonders freue ich mich deshalb auf "Wir treten aus unseren Rollen", eine Veranstaltung die unter dem Motto "20 Jahre friedliche Revolution" steht und die Rolle des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters im Herbst 1989 beleuchtet. Die Klassiker "©to¾kuli chceæe" (Was ihr wollt), "Kabale und Liebe", aber auch "Carmen", als Gastproduktion des Musiktheaters Görlitz stehen auf dem Premierenplan und runden das vielfältige Angebot ab.
Die Abschlussproduktion dieser Spielzeit darf man wohl gleichzeitig als Höhepunkt bezeichnen. Das alljährliche Freiluftspektakel für die ganze Familie, der 15. Bautzener Theatersommer, zeigt "Pension Schöller".

In diesem Sinne: Vorhang auf und Bühne frei.

Ihr
Michael Harig
Landrat

up


   
 

up Grußwort des Intendanten

Liebes Publikum,

in dieser Spielzeit steht "Spiegelbilder" auf unserem aktuellen Repertoireheft. Theater spiegelt wider. Mal realistisch aber seitenverkehrt, mal verzerrt, mal werden Dinge klarer, ein anderes Mal erscheinen sie fokussiert, wie in einem Brennspiegel.
Der Blick in den Spiegel kann helfen, Details zu erkennen, weil eine Situation ausführlich betrachtet werden kann. Er schärft den Blick für das Wesentliche, kann aber auch lehren, unnötige Details zu übersehen. Spiegelbilder können Emotionen auslösen, eine Erinnerung wachrufen. Nicht jedes Bild lässt sich korrigieren, nicht jedes Bild lässt sich zerstören. Aus dieser Perspektive ist Theater nicht einfach nur Mittel des Abbildens oder Darstellens von etwas an sich Bestimmten, sondern es ist zugleich auch immer Medium, in dem durch die Art der Darstellung dieses Bestimmte thematisiert wird. Denn Theater zeigt nicht die Welt, sondern eine Reflexion, eben etwas Bespiegeltes.
Das widerspiegelt - um bei der Metapher zu bleiben - auch unser diesjähriger Spielplan. "Im Schatten der Kerze" von Jìwa-Marja Èornakec spiegeln sich zwei verschiedene Lebensentwürfe. In "Das Bildnis des Dorian Gray" von Oscar Wilde besitzt die Hauptfigur ein Porträt, das statt ihrer altert. In "©to¾kuli chceæe", Shakespeares "Was ihr wollt" werden Gesichter/Spiegelbilder verhüllt, um wahre Identitäten zu verschleiern. Und selbst im Puppentheater spielt der Spiegel eine Rolle. In "Die Schneekönigin" erschuf ein böser Zauberer einen Spiegel, der alles Schöne und Gute verzerrte und hässlich aussehen ließ. Der Spiegel zersprang und die Splitter verteilten sich über die Welt und verwandelten Herzen zu Eis. Ganz ohne Spiegel wird derzeit am großen Haus gebaut. In der Spielzeit 2009/2010 wird der letzte Bauabschnitt - der Umbau der Sozietät - realisiert. Doch davon soll sich weder im Zuschauerbereich noch auf der Bühne etwas widerspiegeln. Danach werden alle Bauarbeiten an den Bautzener Theatergebäuden abgeschlossen und wir in der bevorzugten Lage sein, in zwei Häusern Theater zu spielen, die beste Bedingungen für Zuschauer und Mitarbeiter bieten.
Lassen Sie sich in dieser Spielzeit zu einem Blick in den Theater-Spiegel einladen. Darauf freut sich mit Ihnen

Lutz Hillmann
Intendant

up


   
 

up Grußwort der geschäftsführenden Dramaturgin

Liebe Freunde des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters,

nach "TheaterMACHT"und "FamilienBande"haben wir nun "SpiegelBilder"als Motto über unseren neuen Spielplan geschrieben.Seit der erste Mensch sein Spiegelbild in einer Wasserpfütze gesehen haben dürfte, gibt uns der Spiegel ein Wunsch oder Zerrbild unserer Sehnsucht und ist doch gleichzeitig unser unbestechlichster, objektiver Kritiker.Ein Spiegel sagt gnadenlos die Wahrheit,denn er verdoppelt nur."Der Blick in den Spiegel ist der Blick in den Abgrund"(Herman van Veen) - das Gefühl hatte wohl jeder von uns schon einmal,wenn er nach einer schlaflosen Nacht morgens im Badezimmer erschrak.Unser hiesiger Klassiker Lessing formulierte recht frech:"Wie kommts,dass Mumma vor Gespenstern flieht, sie,die doch täglich eins im Spiegel sieht?"."Spieglein,Spieglein an der Wand,wer ist die Schönste im ganzen Land", fragte die böse Königin geplagt von Selbstzweifeln und erhielt keine befriedigende Antwort. In der griechischen Sage verliebte sich Narziss in sein Spiegelbild im Bach,heute wird Narzissmus als Persönlichkeitsstörung behandelt.Auf der Bühne ist das Motiv des Spiegels zu Hause, schon Shakespeares Hamlet forderte in seiner Rede an die Schauspieler dazu auf,"der Natur gleichsam den Spiegel vor zu halten".
Im Theater spielen wir alle das Spiel vom Sehen und Gesehenwerden.Das alles und noch vieles mehr hat uns inspiriert. Und neben einer witzigen Fotoserie im Jahresheft 2009/2010 entstand ein Spielplan, der das Thema facettenreich spiegelt (was sonst!).Bereits Ende August starten wir im Burgtheater schwergewichtig mit Neil LaButes Stück "Fettes Schwein" (Regie:Gerald Gluth a.G.) Sehr einfühlsam wird die Liebesgeschichte zwischen dem smarten Tom (Marian Bulang) und der XXL-Frau Helen (Anna-Maria Brankatschk)erzählt. Hat solch eine Beziehung in unserer dem Schlankheits- und Diätwahn verfallenen Gesellschaft überhaupt eine Chance? Bestimmen wirklich die viel beschworenen "inneren Werte"unser Verhältnis zu anderen? Am 18.September erlebt auf der großen Bühne ein Stück von Jìwa-Marja Èornakec seine Deutschsprachige Erstaufführung, das ebenfalls unseren Wertekanon befragt: "Im Schatten der Kerze"zwischen Leben und Tod, im Zustand des Komas nach einem Verkehrsunfall,wird Thomas mit seinem bisherigen Leben konfrontiert.Hat er sich immer richtig entschieden? Schwer fiel die Wahl zwischen Familie,Tradition und Religion auf der einen Seite und großer Liebe,Sehnsüchten und Entdeckerdrang auf der anderen. Im Beisein des geheimnisvollen "Ichbinich"(Michael Lorenz a.G.) läuft für Thomas (Marian Bulang) der Lebensfilm noch einmal ab.Die beeindruckende Inszenierung( Regie:Nils Düwell a.G. ,Ausstattung:Katharina Lorenz a.G.) sorgte im Frühjahr bereits in sorbischer Sprache für Aufsehen. Fast das gesamte, durch einige Gäste sogar noch verstärkte, Bautzener Schauspielensemble wird ab Dezember im Stück "Das Ballhaus"(Regie:Michael Funke) wortlos durch 60 Jahre deutscher Geschichte tanzen und spielen:Von der Weimarer Republik bis zur politischen Wende in der DDR.Für den passenden musikalischen Rahmen sorgt eine Live-Band (Leitung: Tasso Schille).Das sollten Sie auf keinen Fall verpassen! Oscar Wildes bekannter Roman "Das Bildnis des Dorian Gray"begeistert seit seiner Entstehung die Leser. John von Düffel, viel gespielter Autor und Dramaturg des Thalia Theaters Hamburg,hat erst kürzlich eine sehr bühnenwirksame und brisante Theaterfassung vorgelegt. Der Bautzener Premiere dürfen Sie mit Spannung entgegen sehen. (Regie:Lutz Hillmann) Schillers Drama "Kabale und Liebe"wurde in Bautzen zuletzt vor fast zwanzig Jahren gespielt.Oberspielleiter Michael Funke wird uns seine Sicht der intrigenreichen Geschichte im April vorstellen. Im Burgtheater erwartet "Die Fruchtfliege",Komödie von Gunter Antrak, in der Regie von Peter Kube ab 17.April ihr Publikum.Das Ehepaar Scholze (Jan Mickan, Janina Brankatschk) erfährt nach einem Speicheltest, dass der Ehemann zwar nicht der gesuchte Serientäter ist, aber dafür wird ihm amtlich bescheinigt,dass er Träger der DNA einer gemeinen Fruchtfliege ist.Ein ungeheurer Medien-Hype setzt ein und auch die Krankenversicherung meldet sich bei Horst Scholze.Das Leben als Fruchtfliege treibt ihn allmählich an den Rand des Wahnsinns, auch der tägliche Blick in den Spiegel verheißt nichts Gutes...Ein Abend,der Ihre Lachmuskeln strapazieren wird! Heiter auch das Thema des 15.Bautzener Theatersommers - in der "Pension Schöller"ist es gar nicht so einfach,die Grenze zwischen Normalität und Wahnsinn genau zu bestimmen - alles eine Frage des Blickwinkels.Für Kinder und Familien wird es in diesem Jahr eine quietschbunte und musikreiche Version des Grimmschen Märchens "Der Froschkönig"in der geistreichen Bearbeitung von Ulrich Hub ("An der Arche um Acht) geben.
Dies waren in aller Kürze einige Sätze zu den Titeln des deutschsprachigen Schauspiels. Natürlich werden auch die Theater Görlitz und Zittau wieder in Bautzen spielen:"Harold und Maude"(Zittau),"Carmen"und "Maske in Blau"(Görlitz).Konzertfreunde dürfen sich auf interessante Angebote der Neuen Lausitzer Philharmonie freuen. Neben zahlreichen Stücken,die weiterhin im Spielplan zu erleben sein werden (s. Jahresheft) wird auch unsere Matinee "Lausitzer Literatur vorMittag"sonntags mit interessanten Gästen fortgesetzt und die Lesefreudigen begeistern. In der Reihe "Spieltrieb"werden zusätzliche Inszenierungen angeboten. Ende Oktober laden wir gemeinsam mit dem Sorbischen National-Ensemble zum Bautzener Bühnenball ein. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Bautzen.Hertbsthoffnungen 89"erinnern wir uns am 9.Oktober im Burgtheater an den Herbst vor zwanzig Jahren: "Wir treten aus unseren Rollen - Das Deutsch-Sorbische Volkstheater und die Friedliche Revolution 89" (Eintritt frei). Detailiertere Informationen zum Spielplan finden Sie in unserem Jahresheft und in den weiteren Publikationen des Theaters.Zu einzelnen Stücken werden zu den Abovorstellungen auch wieder Stückeinführungen angeboten,wo ich Sie gern persönlich begrüßen würde.Bleiben Sie uns treu oder entdecken Sie uns , aber vergessen Sie nicht:"Nichts bewahrt uns so gründlich vor Illusionen wie ein Blick in den Spiegel!" (Aldous Huxley)

Ihre Eveline Günther
geschäftsführende Dramaturgin

up