Uber uns:


   
 

Was ist das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen?

1. Wir sind...
- das einzige professionelle bikulturelle Theater Deutschlands.
- Rund 1000 Veranstaltungen, 25 Premieren, ein großes Schauspiel- und Puppentheaterrepertoire und jede Menge Theater erwarten die Zuschauer in jeder Spielzeit im Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen. Mehr als 140.000 Besucher lassen sich das jährlich nicht entgehen. Denn das Bautzener Theater bietet für Jeden etwas. Und das nicht "nur" in Deutsch, sondern auch in ober- und niedersorbischer Sprache, denn das Bautzener Theater ist das einzige Berufstheater Deutschlands, in dem drei Sprachen auf der Bühne zu hören sind! Übrigens: Die sorbischen Inszenierungen werden per Kopfhörer simultan ins Deutsche übersetzt.
- Wir sind einerseits das Bautzener Stadttheater
- zugleich sind wir aber auch das Lausitzer Kulturraumtheater mit regelmäßigen Spielstätten an den Theatern Görlitz, Zittau und Kamenz, in der Lausitzhalle Hoyerswerda sowie Abstechern in der gesamten Lausitz bis in den Spreewald
- vom Theater Görlitz bekommen wir ein Musiktheater-Angebot von Oper über Operette bis hin zu Musical und Ballett.
- Besucher haben zudem die Möglichkeit, in zwei Spielstätten Theater zu erleben. Im Jahr 2003 wurde das Bautzener Burgtheater/D¼iwad³o na hrod¼e, ein Neubau im Hof der historischen Ortenburg, feierlich eröffnet. Hier haben neben den Schauspielinszenierungen der kleinen Form auch das Puppentheater, sowie das sorbische Kinder- und Jugendtheater ihr Domizil gefunden. Das große Haus des Theaters wurde nach der Restaurierung 2006 wiedereröffnet und bietet auf der Hauptbühne für rund 400 Besucher ein breites Theaterrepertoire.

2. Zielgruppe(n):
- "Volkstheater" verstehen wir programmatisch im Gegensatz zum großstädtischen "Expertentheater" also im Sinne eines Angebots für Jedermann von Schiller über Wedekind bis hin zum Familienknüller, keineswegs aber als "Bauernschwank"-Bühne
- mit unserer "kleinen Form" im Burgtheater ("Die Probe (Der brave Simon Korach") und mit den Inszenierungen für ein junges Publikum (z.B. das Anti-Gewalt Stück "Der Kick") bedienen wir zugleich aber auch ein anspruchsvolles und zeitgenössisches Repertoire.
- Höhepunkt und Abschluss einer jeden Spielzeit ist der jährlich stattfindende Theatersommer im Hof der historischen Ortenburg. Dort wird unter freiem Himmel ein Theaterspektakel für die ganze Familie geboten. Bekannte Stücke wie "Im weißen Rössl" (2004) lokale Stoffe wie "Das Volksstück vom Johannes Karasek, genannt der Schrecken der Oberlausitz (1996, 1997, 2005), das Musical "In 80 Tagen um die Welt" (2006) oder die Operette "Der Vogelhändler" (2008) begeistern kleine und große, junge und Junggebliebene Besucher. Diese kommen nicht nur aus Bautzen und der Region, sondern reisen inzwischen aus ganz Deutschland an. Rund 30.000 Zuschauer lassen sich das Familien-Spektakel nicht entgehen.


 

   
 

Kleine Bautzener Theatergeschichte

1796
Gründung des Bautzener Stadttheaters als Aktiengesellschaft in einer ehemaligen Bastion der inneren Stadtmauer zwischen Lauengraben und Kornmarkt. "Die Zauberflöte" kommt hier bereits kurz nach ihrer Uraufführung ins Repertoire. Das Gebäude wird immer wieder umgebaut, zuletzt 1905 und erhält zunehmend die Gestalt eines kleinen "Schlosstheaters". Wiederholt führen Kriege und wirtschaftliche Krisen zur Schließung und Neueröffnung des Theaters, dennoch ist die Theatertradition an einem festen Haus (mit Schwerpunkt Musiktheater) nie länger unterbrochen.

1905
Die Stadt Bautzen bringt den von der Stadt Dresden geschenkten Figurengiebel von Ernst Rietschel "Die Tragödie. Die Orestie", der von Sempers abgebranntem Opernhaus (Vorgängerbau der heutigen Semperoper) stammt, am Stadttheater an.

1948
Gründung des ersten sorbischen Berufstheaters, des Sorbischen Volkstheaters (Serbske Ludowe Dziwadlo). Das Sorbische Volkstheater besitzt in Bautzen lediglich ein Verwaltungs- und Probegebäude, die Aufführungen finden auf Abstecherfahrten in die sorbischen Gemeinden in Gasthöfen statt. Diese Tradition überlebt am Deutsch-Sorbischen Volkstheater mit dem obersorbischen Herbst- und den niedersorbischen Frühjahrsabstecher bis heute, wird allerdings durch Aufführungen im Stammhaus ergänzt.

1961
Gründung des zweisprachigen Marionettentheaters als Sparte des Sorbischen Volkstheaters, hervorgegangen aus der privaten Puppenbühne der Familie Ritscher.

1963
Am 2. August 1963 findet die feierliche Gründung des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters statt. Hervorgegangen aus dem Stadttheater Bautzen und dem Sorbischen Volkstheater ist das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen das bis heute einzige zweisprachige Berufstheater Deutschlands.

1969
Nach Auftreten diverser Baumängel und der Notwendigkeit technischer Sanierung wird das Theatergebäude gesperrt, die Figuren des Rietschelgiebels werden abgenommen und an mehr oder weniger geeigneten, wechselnden Orten eingelagert. Der Spielbetrieb wird im Saal des Hotels "Krone" (Musiktheater und große Schauspielinszenierungen), auf der Studiobühne (Schauspiel) aufrecht erhalten.
Zwar wird ein Modernisierungs- und Vergrößerungskonzept am alten Theaterstandort ausgearbeitet, doch mit der Verschiebung der DDR-Baupolitik hin zu Wohnbauten, die zu einem Stopp bei Kulturbauten führt, wird das Projekt nie realisiert. Statt dessen wird das Bautzener Theater gesprengt.

1973-75
Als "Erweiterungsbau" des Verwaltungs- und Studiobühnengebäudes an der Seminarstraße deklariert, wird ein neues Theatergebäude de facto als Schwarzbau durch Initiative verschiedener lokaler Kulturfunktionäre errichtet. Arbeitsdienste des gesamten Ensembles und Organisationstalent "beziehungsreicher" Bautzener ermöglichen das Husarenstück. Allerdings bleibt der Bau unvollendet: Bis heute fehlt ein Bühnenturm.

1989
Hochbrisante und kritische Aufführungen, lebhafte Diskussionen mit dem Publikum, Texte zur Lage, Bürgerforum, Montagsdemos und Runder Tisch: Im Herbst 1989 war das Deutsch-Sorbische Volkstheater eine Keimzelle der friedlichen Revolution, ein politischer Kraftquell und eine Nische des offenen Dialoges. Bereits am 8. Oktober 1989 trat das Schauspiel nach der Vorstellung "Amadeus" geschlossen vor sein Publikum und formulierte unter der Überschrift "Wir treten aus unseren Rollen heraus..." seine Forderungen. Der von Michael Lorenz verlesene Text war kurz zuvor von Lutz Hillmann aus dem Staatsschauspiel Dresden beschafft worden - die Dresdner hatten am 6. Oktober zu lesen begonnen. Die ganze Aktion erforderte Mut, denn noch am Vorabend hatte die DDR-Führung in Berlin mit großem Pomp den 40. Jahrestag der DDR gefeiert und Demonstranten in Berlin, Dresden und Bautzen zusammen geknüppelt und zugeführt (von Verhaftungen durfte man nicht sprechen).

1992
Das Bautzener Musiktheaterensemble und Ballett werden aufgelöst, die Lausitzer Philharmonie wird gegründet, die für Theater und Sorbisches Nationalensemble zugleich spielt. Seit dieser Spielzeit liegt der Besucherschwerpunkt auf dem Schauspiel.

1996
Die Neue Lausitzer Philharmonie, zuständig sowohl für das Theater Görlitz als auch für das Theater Bautzen wird gegründet. Der neue Klangkörper begleitet neben einem Konzertring pro Spielzeit in Bautzen drei Bautzener Stagione- und drei Görlitzer Übernahme-Inszenierungen.
Der erste Bautzener Theatersommer startet im Hof der Bautzener Ortenburg. Unter freiem Himmel werden zehn Vorstellungen vom "Volksstück vom Johannes Karasek genannt der Schrecken der Oberlausitz" im Juli 1996 mit großem Erfolg gezeigt.

1999
Nach einem Beschluss des Kulturkonvents wird die Bautzener Musiksparte endgültig
geschlossen. Das Theater erhält pro Spielzeit sechs Görlitzer Musiktheater-Inszenierungen. Im Gegenzug verstärkt das Theater Bautzen sein Schauspielangebot in Görlitz. Daneben wird das neue Kamenzer Stadttheater regelmäßig von Bautzen bespielt, mit dem Gerhart-Hauptmann-Theater Zittau werden verstärkt Inszenierungen ausgetauscht.

Zur Spielzeit 1996/97 hatte die Besucherzahl 76.000 betragen, zur Spielzeit 1999/2000 beträgt sie sensationelle 150.000 Besucher (Staatsschauspiel Dresden 1999: 135.000 Besucher)
Programmatisch werden mit Event-Formen wie "Die Olsenbande dreht durch" oder dem Sommertheater, aber auch verstärktem Engagement im Bereich Jugend- und Puppentheater neue Zuschauerschichten erschlossen bzw. alte zurückgewonnen.

2000
Am 25. September 2000 beschloss der Bautzener Kreistag den Bau eines Theaterneubaus im Hof der Bautzener Ortenburg an der Stelle des ehemaligen Kornhauses. Das Puppentheater, das bis zur Eröffnung im Kasernengelände in einer alten Reithalle, die später auch als Kinosaal diente, untergebracht war, sollte ein neues Zuhause erhalten. Ebenso das Sorbische Kinder- und Jugendtheater sowie die "kleine Form". Eine Auswahlkommission von Experten aus ganz Deutschland wählte aus sieben Architekturbüros den Entwurf der Arbeitsgemeinschaft Ehrlich aus Bautzen aus.

2001
Mit gut 158.000 Besuchern und einer Auslastung von über 84 Prozent erlebt das Bautzener Theater die erfolgreichste Zeit seiner Statistik und hat seit 1997 (76.000 Besucher, Auslastung 67 Prozent) die Besucherzahlen mehr als verdoppelt.
Im März 2001 konnte die Freifläche und das Haus 7 vom Staatlichen Vermögens- und Hochbauamt an das Deutsch-Sorbische Volkstheater übergeben werden. Anfang April 2001 begannen die ersten Bauvorbereitungen. Im Herbst 2001 entstand die Idee, die Figuren des Rietschelgiebels in die Fassade des neuen Burgtheaters zu integrieren. Der Stadtrat griff die Idee auf und entschied, die Figuren als Dauerleihgabe am neuen Theater aufzustellen.
Im November 2001 begannen die Gründungsarbeiten für den Neubau. 3,5 Meter tief, 16 Meter breit und 50 Meter lang erstreckte sich die komplette Baugrube.160 Tonnen Baustahl und 1500 Kubikmeter Beton sollen in den folgenden Monaten das Burgtheater wachsen lassen. Nach neun Monaten, wesentlich länger als geplant, wurden im Dezember 2001 die archäologischen Arbeiten abgeschlossen.

2002
Nach einem Beschluss des Kulturkonvents Oberlausitz-Niederschlesien aus dem Jahr 2000 fusionieren das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen und das Gerhart-Hauptmann-Theater Zittau zur Oberlausitzer Schauspielgesellschaft mbH. Noch während die beiden Intendanten, Lutz Hillmann (Bautzen) und Roland May (Zittau) über die sich daraus für die Folgejahre ergebenden Umstrukturierungen beraten, beschließt der Kulturkonvent, die Oberlausitzer Schauspielgesellschaft ab 2003 mit dem Theater Görlitz sowie der Neuen Lausitzer Philharmonie zu einem Kulturraum-Theater zu fusionieren.
Im September 2002 wurde Richtfest am neuen Burgtheater gefeiert.

2003
Nach der Erstellung eines Klimagutachtens zur Vorbereitung der besseren Klimatisierung im Zuschauerraum der Hauptbühne hebt das Bauordnungsamt Bautzen den Bestandschutz des Theatergebäudes auf: Wandverkleidungen, Decke, Boden, Außenwände (Dämmung) müssen den neuesten Gesetzlichkeiten bei Klimatisierung und Brandschutz angepasst werden. Das entspricht einem Rückbau auf Rohbauniveau und kompletter Innensanierung von Zuschauerraum, Foyer und Teilen des Bühnenraums. Bis zum 31. Mai bestand unter erhöhten Sicherheitsauflagen noch eine befristete Spielerlaubnis, dann wurde das Haupthaus für den Besucherverkehr geschlossen.
Noch während der Spielzeitpause wurde die Stadthalle Krone durch das Theater und den Vermieter saniert und zur Interimsspielstätte für die Hauptbühneninszenierungen umgebaut.
Am 12. September wurde das nagelneue Burgtheater/Dziwadlo na hrodze mit den Figuren des Rietschelgiebels feierlich eröffnet.
Am 17. Oktober eröffnete der Bühnenball 2003 die Spielzeit in der Stadthalle Krone.
Ende 2003 scheitert die Fusion zwischen dem Deutsch-Sorbischen Volkstheater und dem Sorbischen National-Ensemble am Veto des Bundes und des Landes Brandenburg.
Im Jahr 2003 besuchten über 145.000 Zuschauer 916 Vorstellungen im Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen.

2004
Am 11. Mai , 11.00 Uhr startete offiziell der Umbau am Haupthaus auf der Seminar-straße.
Noch im Mai wurde der Zuschauerraum entkernt. Im Juni wurde die Fassade auf der Südseite abgebrochen.
Der 9. Bautzener Theatersommer mit dem Singspiel "Im Weißen Rössl" zieht nach drei Jahren auf dem Schützenplatz wieder zurück in den Hof der Ortenburg. Vom 1. Juli bis 8. August besuchten rund 30.000 Zuschauer das Sommertheater.
Im September 2004 gastiert das Puppentheater mit "Peter und der Wolf" im Partnertheater im ungarischen Szekszart.
Auch die Hauptbühneninszenierungen der Spielzeit 2004/2005 werden komplett in der Stadthalle Krone als Interimsspielstätte gespielt. Ebenso finden Konzerte und Gastspiele hier statt.
Eine neue Matineereihe "Lausitzer Literatur vorMittag", in Zusammenarbeit mit dem Lusatia Verlag Bautzen, etabliert sich einmal monatlich sonntags im Burgtheater. Literarische Kostbarkeiten verschiedener Lausitzer Autoren aus Vergangenheit und Gegenwart werden ebenso angeboten wie ein Frühstücksbufett und ein unvergleichlicher Blick aus dem kleinen Saal ins Oberlausitzer Bergland.
Als Reaktion auf das erschreckende Ergebnis der sächsischen Landtagswahlen mit dem Einzug der NPD ins Parlament startet das Ensemble die Aktion "Zivilcourage im Rampenlicht" mit öffentlichen Meinungsäußerungen von Schauspielern und Besuchern. Im Theater entstand der Wunsch, etwas zu tun, damit rechtes Gedankengut sich nicht dauerhaft in den politischen Gremien etablieren und die demokratische Kultur dieses Landes untergraben und zerstören kann. Das Deutsch-Sorbische Volkstheater hat sich dafür entschieden, mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln dort anzusetzen, wo die Wähler von morgen heranwachsen: in den Schulen. Die Inszenierung "Die Welle" setzt sich mit der Problematik auseinander.
Die Zuschauerzahlen 2004 sind trotz Interimsspielstätte fast konstant geblieben.

2005
Im Januar 2005 erscheint die erste Ausgabe der neuen Theaterzeitung "Theater plus" an der sich regelmäßig das Sorbischen National-Ensemble, Stadt und Landkreis Bautzen sowie das Bischof-Benno-Haus Schmochtitz beteiligen, um eine Kulturzeitung für die gesamte Oberlausitz anzubieten.
Lange Schlangen bilden sich im April zum Theatersommer-Vorverkaufsstart im Burgtheater. Das "Volksstück vom Johannes Karasek, genannt der Schrecken der Oberlausitz" von Ralph Oehme erinnert nach zehn erfolgreichen Sommer-Spektakeln an die Anfangsjahre.
Im Juni 2005 fallen die Gerüste am neu errichteten Bühnenturm am Theaterhaupthaus. Schon von weitem ist das Shakespeare-Zitat aus der Komödie "Wie es euch gefällt" in drei Sprachen, deutsch, sorbisch und englisch zu lesen, das zugleich Motto für die Spielzeit 2005/2006 ist.

2006
Die Bauarbeiten am großen Haus umfassten die nachhaltige Erneuerung und die vorschriftengerechte Ausstattung der gesamten haustechnischen Anlagen, wie Lüftungs- und Klimatechnik sowie den Austausch der gesamten Elektroanlage, die brandschutztechnische Trennung von Besucher- und Bühnenbereich unter anderem durch den "Eisernen Vorhang", die brandschutzgerechte Auslegung und neue Führung von Fluchtwegen sowie die brandschutzgerechte Auslegung von Wand- und Deckenverkleidungen in den Besucherzonen. Außerdem wurde das gesamte Gebäude gedämmt und auch die Dachabdeckung erneuert. Im Theatersaal ergeben ein verbessertes Raumklima und eine optimale Akustik Vorteile für die Besucher. Alle brennbaren Einbauten wurden entfernt.
Im neu entstandenen Bühnenturm ist nicht nur der Eiserne Vorhang untergebracht, der im Brandfall den Besucherbereich vom Bühnenbereich trennt, sondern auch die Bühnentechnik, wie zum Beispiel Züge für Kulissen etc.
Die Grundfläche des Ostfoyers wurde erweitert, wodurch eine besucherfreundliche Konzentration der Theaterkasse und des Besucherservices entstand. Die Theaterkasse fand ihr neues Domizil im Ostfoyer und ist auch von der Seminarstraße aus erreichbar.
Nach 19 Monaten Bauzeit fand am Mittwoch, 11. Januar 2006, die Bauabnahme durch das Bauordnungsamt der Stadtverwaltung Bautzen und den Sachverständigen für bautechnischen Brandschutz statt.
Mit einem Festakt und der anschließenden Premiere "Der Sturm" von William Shakespeare wurde das rekonstruierte große Haus am 17. Februar 2006 feierlich eröffnet. Die sorbische Eröffnung fand am 4. März ebenfalls mit einem Festakt und der Premiere "©wanda dudak - abo Hosèina d¼iwich ¾onow" (Schwanda der Dudelsackspieler oder Das Gastmahl der wilden Frauen) statt.

Die Spielzeit 2006/2007 startete am 24. September mit einem überaus erfolgreichen "Tag der offenen Tür". Zum ersten Mal in der über 200jährigen Geschichte stehen dem Theater zwei eigene, moderne Spielstätten, eine neu gebaute und eine rekonstruierte, zur Verfügung und damit beste Bedingungen. Ebenfalls zum ersten Mal fand der Bühneball 2006 tatsächlich auf der Bühne des großen Hauses statt. Eine Premiere im doppelten Sinn.
Einen besonderen Höhepunkt bildete im November die Uraufführung der Komödie "Zloty palc" von Jurij Koch, anlässlich seines 70. Geburtstages.

2007
Begeisterte kleine und größere Besucher nutzen die zahlreichen Angebote des Puppentheaters im gesamten Kulturraum. Besonders groß ist die Nachfrage nach Puppentheater für die Jüngsten. Am 4. Februar feierte eine Inszenierung für Zweijährige Premiere: "Frau Sonne und Herr Mond machen Wetter", die weit über die regionalen Grenzen hinaus für Aufmerksamkeit sorgte. Im März wurde außerdem zum 175 Mal!! "Familie Gelbschnabel" und im Mai zum 180. Mal!!! "Peter und der Wolf" gezeigt.

Am 14. Mai wurde im Kreisausschuss das Ergebnis einer Organisationsuntersuchung zum Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen 2007 vorgestellt. Der Landkreis als Träger hat das Gutachten zur Untersuchung der Organisation, zu Angebot und Produktionen des Hauses und den Vergleich mit Strukturen an anderen Häusern in Auftrag gegeben. Es sollte klären, inwieweit die betrieblichen Ressourcen den aktuellen Anforderungen genügen. Bei dem Gutachten handelt es sich um eine explizite Untersuchung und Analyse der Aufgaben, Struktur und Leistungen des DSVTh, notwendige Haushaltsmittel werden nach qualitativen und quantitativen Aspekten beurteilt. Kernaussagen des Gutachtens: "Das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen ist ein vergleichsweise hoch effizientes Haus, das die satzungsgemäßen Aufgaben auch ökonomisch ausgezeichnet erfüllt." Im Vergleich mit sieben anderen deutschen Theatern zeigt sich, dass es in Bautzen eine effiziente Personal- und Produktionsstruktur gibt, einen extrem hohen Besucheranteil Kinder und Jugendlicher, hohe Eigeneinnahmen und einen niedrigen Zuschuss pro Besucher. Eine Finanzausstattung mit gekürztem Zuschussniveau sei, laut Gutachter, "der Anfang vom Ende". Ohne volle Zuschüsse kann der Spielbetrieb im bisherigen Umfang und in ähnlicher Qualität nicht aufrecht erhalten werden. Fazit des Gutachters: "Man wird sich schwer tun, ähnlich erfolgreiche Theater noch einmal zu finden." Schluss-Satz des Gutachters: "Herzlichen Glückwunsch zu diesem Theater"

Das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen gastierte am 17. Juni im Rahmen des Internationalen Musiktheaterfestivals "Dokoran" im tschechischen Brno mit "Die Dreigroschenoper".
Zum 12. Bautzener Theatersommer begeisterte vom 28. Juni bis 5. August "Der Kapitän vom Tenkesberg" die Zuschauer im Ortenburghof.

Die Spielzeit 2007/2008 wurde mit einem Premierenwochenende und dem Tag der offenen Tür eröffnet. Die erste Premiere "Der goldene Finger" von Jurij Koch war eine Uraufführung anlässlich des 70. Geburtstages des lausitzer Autors. Die Puppentheaterinszenierung "Frau Sonne und Herr Mond machen Wetter" gastierte im Oktober beim Festival "100, 1.000, 1.000.000 Geschichten" des Teatrul Ion Creanga im rumänischen Bukarest. Ein großes Kunst-Fest wurde anlässlich der 50. Vorstellung "Kunst" von Yasmina Reza am 25. November 2007 gefeiert.

2008

Mit der letzten Vorstellung des diesjährigen Bautzener Theatersommers "Der Vogelhändler" am 3. August endete die Spielzeit 2007/2008. 29.600 Besucher sahen die Veranstaltungen des Theatersommers. Auch die zurückliegende Spielzeit beweist, dass die Ostsachsen das Bautzener Theater schätzen. 941 Vorstellungen in 11 Monaten zeugen einerseits von der Leistungsstärke des Schauspiel- und Puppenspiel-Ensembles, die Auslastung von rund 83,5 Prozent von der Beliebtheit der zweisprachigen Bühne. Auf gleichbleibend hohem Niveau befinden sich auch die Besucherzahlen. 145.000 Besucher ließen sich die Veranstaltungen im großen Haus, im Burgtheater sowie im gesamten Kulturraum und manchmal auch darüber hinaus nicht entgehen. Mit 356 Vorstellungen und 27.121 Gästen hat das Puppentheater alle bisherigen Besucherrekorde geschlagen. Und das bei einer Auslastung von 94,5 Prozent! Soviel, wie noch nie!

Mit der Spielzeit 2008/2009 übernahm Therese Thomaschke die künstlerische Leitung des Puppentheaterensembles.

Vom 19. bis 26. September fanden die "5. Sächsischen Literaturtage" unter der Schirmherrschaft des Sächsischen Ministerpräsidenten im Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien statt. Allein in Bautzen luden 15 Veranstaltungen zum Lesen, Hören, Staunen und Mitmachen ein. Aktionen wie "Buch-sucht-Leser-sucht-Buch", Lesepfad, Sorbische Literaturkirmes oder der 1. Bautzener Hörspielbaum vor dem Burgtheater begleiteten die Literaturtage. Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange übergab am 24. September den "Literaturförderpreis des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst" im Bautzener Burgtheater an die Dresdner Schriftstellerin Undine Materni.

Am 22. September 2008 begann der zweite Bauabschnitt am großen Haus: "Ausbauten, Magazin, Sozietät". Noch im September wurde die Baugrube für das Magazingebäude im Hof ausgehoben. Im Herbst 2009 soll dieses fertiggestellt sein, danach beginnen die Sanierungs- und Umbauarbeiten am historischen Altbau, der Sozietät. Dieses Gebäude wird komplett entkernt, lediglich die Außenmauern bleiben stehen. Im Erdgeschoss entstehen zwei Probebühnen und die Kantine, ins Obergeschoss ziehen nach Abschluss der Sanierungsarbeiten im Herbst 2010 die Intendanz, die Verwaltung, die künstlerische Leitung und Dramaturgie.

2009

Das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen blickt auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2008 zurück. 145.636 Gäste besuchten im vergangenen Jahr 1001 Veranstaltungen. Das entspricht einer Auslastung von 82,30 Prozent. Gegenüber 2007 wurden sogar 53 Veranstaltungen mehr angeboten.

Im Januar 2009 war Volker Braun zu Gast bei der "Lausitzer Literatur vorMittag" und las aus seinem neuesten Buch "Machwerk". Als Dank für alle Sponsoren des Theaters fand Anfang Februar eine Dankeschönveranstaltung gemeinsam mit dem BVMW statt.
Wie schreibst DU Freiheit? fragten das DSVTH und die Gedenkstätte Bautzen Jugendliche in ganz Ostsachsen im Rahmen eines Schüler-Schreibwettbewerbes. Zur Jury gehörten: Christian Schramm, Oberbürgermeister Bautzen; Lutz Hillmann, Intendant DSVTh; Silke Klewin, Leiterin der Gedenkstätte Bautzen; Andreas Nowak, Schlagzeuger von "Silbermond"; Thomas Rosenlöcher, Dichter; Kajetan Dyrlich, Journalist und Autor. Der Schreibwettbewerb entstand in Zusammenhang mit der Uraufführung "Antigone in Bautzen", die im April in der Gedenkstätte Bautzen Premiere feierte.
Eine sorbische Uraufführung wurde im März im großen Haus gefeiert: "W sæinje swìèki". Am 23. März zeigten zum 10. Schüler-Welt-Theatertag theaterbegeisterte Schüler aus ganz Ostsachsen ihr Können auf allen verfügbaren Bautzener Bühnen.
Vom 2. bis 5. April fand im Burgtheater das 2. Sächsisches Puppentheatertreffen statt. Beteiligt waren das Figurentheater Chemnitz am Theater Chemnitz, Theater der Jungen Welt Leipzig, Puppentheater Zwickau am Theater Plauen-Zwickau sowie das Puppentheater Dresden am Theater Junge Generation. Für dieses viertägige Treffen gab es eine besondere Idee. Jedes der fünf Puppentheater bekam eine verschlossene Kiste, in die von einem Bühnenbildner gleiche Dekorationen, Gegenstände und Puppen, im besten Sinne Material, gepackt wurden. Niemand kannte bis zum Probenbeginn den Inhalt. So entstanden unter dem Titel "Die Box" fünf ganz unterschiedliche Theaterstücke für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Am 1. Mai feierte "Die Spreewaldoperette" Uraufführung - eine Gemeinschaftsproduktion mit dem Sorbischen National-Ensemble mit viel Musik, Tanz und Gesang. Zum ersten Mal in der Bautzener Theatersommer-Geschichte wurden 2009 zwei verschiedene Inszenierungen des Gespenstes von Canterville angeboten. "Das Gespenst von Canterville" richtete sich an Schüler und Familien. Abends begeisterte "Canterville - Ein Musical" das Publikum.
Mit der Premiere "Fettes Schwein" von Neil LaBute am 28. August begann die Spielzeit 2009/2010 so zeitig wie selten. Bereits im September folgten drei weitere Premieren. Der Beitrag des DSVTh zu 20 Jahren friedliche Revolution fand am 9. Oktober im großen Haus statt:
"Herbsthoffnung.Bautzen 89 "Wir treten aus unseren Rollen". Mit Video-Ausschnitten von Inszenierungen wie "Diktatur des Gewissens" oder "Revisor oder Katze aus dem Sack" mit umfangreichem Text- und Bildmaterial und mit einer Podiumsrunde von Zeitzeugen blickten wir zurück. Neben den Bautzener Theaterpersönlichkeiten Michael Lorenz, Lutz Hillmann, Miroslaw Nowotny und Eveline Günther stand auch der ehemalig Theaterintendant Jörg Liljeberg Rede und Antwort.
Am 18. Oktober passierte das, was sich kein Theater wünscht: eine Stunde, bevor die Premiere "Der Froschkönig" beginnen sollte, löste die Sprühflutanlage auf der Bühne aus. Rund 30.000 Liter Wasser wurden binnen Minuten freigesetzt. Die Schadenssumme liegt im sechsstelligen Bereich. Glück im Unglück: bereits am 23. Oktober hob sich der Premierenvorhang für den "Froschkönig" wieder.
Vom 5. bis 10. November war Bautzen Gastgeber des "Sächsisch-Tschechischen Theaterherbstes"unter dem Motto "Liebe und Tod". Die Begegnung sächsischer und tschechischer Theater (Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen, Nordböhmisches Opern- und Ballett-Theater Ustí n.L., Theater der Vielfältigkeiten Most, Schauspielstudio Ústí n.L., Westböhmisches Theater Cheb, Eduard-von-Winterstein Theater Annaberg-Buchholz Mittelsächsisches Theater Freiberg/Döbeln, Kinder- und Jugendtheater Theater Burattino Stollberg, Das ziemlich große Theater Litvínov, Theater Plauen-Zwickau gGmbH) führte zu einer breiten und partnerschaftlichen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Dabei entstanden aus kulturellen Unterschieden und verschiedenen Theatertraditionen neue Partnerschaften.
Zum zweiten Mal in der Geschichte des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters Bautzen traten ab dem 11. Dezember allabendlich die Schauspieler nach der Vorstellung im großen Haus aus ihren Rollen und verlasen einen selbst verfassten offenen Brief. Anlass war ein Gutachten, dass die Stiftung für das sorbische Volk (der Stiftungsrat) in Auftrag gegeben hat, in dessen Folge die jahrzehntelange und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen deutschen und sorbischen Theaterschaffenden in Frage gestellt wird. Bis Jahresende bekundeten über 1700 Zuschauer ihre Zustimmung auf ausliegenden Unterschriftenlisten.

Besucherrekord im Dezember: 91,52 Prozent!!! Das ist die Auslastungszahl der Veranstaltungen im Bautzener Theater im Monat Dezember. Allein im Dezember fanden 142 Vorstellungen statt! (im Vergleich 2008: 134) Die Auslastung betrug 91,52 Prozent. Außerdem kann ein Besucherrekord verzeichnet werden: 19 765 Zuschauer ließen sich Theater in nur einem Monat nicht entgehen. Auch insgesamt blickt das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen auf ein erfolgreiches Jahr 2009 zurück. 142.882 Gäste besuchten im vergangenen Jahr 956 Veranstaltungen. Das entspricht einer Auslastung von 80,78 Prozent.

2010

Im Januar 2010 feierte die Puppentheaterinszenierung "Rumpelstilzchen" ihre 150. Vorstellung. (die Premiere war am 20. Februar 2002!). Im Januar und Februar wurde der Verwaltungsbau des Theaters, die sogenannte Societät, leergezogen. Die Verwaltung, EDV und Dramaturgie wurden für die Umbauzeit des Gebäudes in Behelfsbüros untergebracht.

Am 20. Februar startete das Schülerprojekt "Rietschel-Stein-Antike", ausgehend von den Figuren des Rietschelgiebels am Burgtheater. Elf jahrgangs- und schulübergreifende Kleingruppen arbeiteten ab März intensiv an diesem antiken Stoff.

Am 8. März begann das Einrichten der Societäts-Baustelle. Wenige Tage später startete die Entkernung. Einen großen Zuspruch konnte der 11. Schüler-Welt-Theatertag am 22. März verzeichnen. Schüler aus ganz Ostsachsen zeigten vor rund 5.000 Besuchern ihr schauspielerisches Talent. Jährlich steigen die Zahlen der beteiligten Schülergruppen und der Zuschauer.

Am 17. April nahm das Bautzener Theater am 6. Sächsischen Theatertreffen in Chemnitz mit der Inszenierung "Der Froschkönig" teil. Eine neue Veranstaltungsreihe "Business-Theater-Treff", bei der sich Interessierte und Unternehmer über Theater, die Arbeit auf und hinter der Bühne sowie Themen wie Finanzierung oder Kulturpolitik informieren und austauschen können, startete im April.

Im Mai gastierte "Die Spreewaldoperette", eine Gemeinschaftsproduktion mit dem Sorbischen National-Ensemble, im Cottbuser Theater.

Am 26. Juni sendete das Deutschlandradio Kultur live aus Bautzen, von einer großen Bühne vor dem Burgtheater.

Am 29. Juli feierte der 15. Bautzener Theatersommer mit "Pension Schöller" Premiere. Zum ersten Mal in der Theatersommer-Geschichte konnte das Publikum in der Pause das Bühnenbild begehen. Verlegt in die Wendezeit, begeisterte die Komödie das Publikum. Ebenfalls zum ersten Mal in der Theatergeschichte gab es keine Sommerspielpause. Das Puppentheater und das Schauspiel wechselten sich im Sommer ab, so dass für die Besucher ein durchgehendes Angebot besteht.

Im Juli endete die Entkernung der Societät, im August begannen die Sicherungsarbeiten worauf im September der Ausbau mit dem Gießen der Fundamente im Erdgeschoss startete.

Die Spielzeit 2009/2010 im Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen ging am 5. September überaus positiv zu Ende: 145 500 Gäste besuchten 984 Veranstaltungen des Theaters. Zu dieser guten Bilanz hat trotz des verregneten Augusts auch der 15. Bautzener Theatersommer mit 26 700 Zuschauern beigetragen

Die neue Spielzeit 2010/2011 startete am 10. September unter dem Motto "WeltTheater-TheaterWelt". Am 24. September feierte die niedersorbische Inszenierung "Tucna lubos?" Premiere in Drachhausen.

Am 3. Oktober wurde die Ortenburg zum antiken Stadtstaat, denn das große Rietschel-Stein-Antikefest beging an diesem Tag seinen feierlichen Abschluss. Rund 1400 Besucher ließen sich dieses Ereignis nicht entgehen.

Seit dem Premierentag, dem 8. Oktober, von "Frau Müller muss weg" sind fast alle Vorstellungen dieser überaus erfolgreichen Inszenierung ausverkauft.

Im November nahm das Puppentheater am Sächsisch-Tschechischen Theaterherbst mit "Das Märchentuch" in Litvinov teil. Am 21. November feierte die Familieninszenierung "Woł a wosoł" in obersorbischer Sprache Premiere in Dreikretscham.

Die Weihnachtsinszenierung des Puppentheaters feierte am 28. November Premiere im Puppentheater.

Im Dezember wurden 135 Vorstellungen in beiden Häusern, und im gesamten Kulturraum gespielt. Den Auftakt bildete die Musical-Premiere "Sugar - Manche mögen's heiß" am 3. Dezember.

Das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2010 zurück. Mit 147.926 Zuschauern (bei 930 Veranstaltungen) konnte die Besucherzahl um rund 5000 Zuschauer gegenüber dem Jahr 2009 gesteigert werden.

2011

Am 20. Januar wurde eine Videoinstallation im großen Haus uraufgefürht zu Ehren Alois Andritzkis und in Vorbereitung auf seine Seeligsprechung: "Andritzki. Bekenntnis" von Sonja Toepfer. Ebenfalls im Januar stellte der Schauspieler und Ehrenmitglied des Theaters Michael Lorenz seinen ersten Band der "Bautzener Theatergeschichten", die zum Jubiläum 2013 in drei Bänden vorliegen sollen, vor. "Die Sternstunde des Josef Bieder" mit Rainer Gruß war am 20. Januar auf den Tag genau 15 Jahre im Repertoire und zum 95. Mal auf der Bühne zu sehen.

Am 4. Februar feierte "Die Olsenbande dreht durch" die 125. Vorstellung. Die Zuschauer waren aufgerufen einen Text zur Titelmelodie zu schreiben. Das Publikumkürte das offizielle Olsenbanden-Lied. Mit "Der Steppenwolf" kam am 25. Februar ein Weltbestseller auf die Bühne. Die Bausituation an der "Societät" war am Jahresanfang von einer außergewöhnlich dauerhaften Wintersituation mit starkem Frost und Schnee geprägt, wodurch wesentliche Betonierarbeiten nur sporadisch bzw. erst Ende des ersten Quartals wieder in geplanter Abfolge vorgenommen werden konnten. So war zu der für Beginn 2011 vorgesehenen, entscheidenden baulichen Etappe - das Einziehen der Beton-Zwischendecken und das Errichten der etagenbezogenen Wände Anfang März 2011 ein Bauverzug von 12 Kalenderwochen zu verzeichnen.

Im Museum Bautzen wurde am 5. März eine große Gemeinschaftsausstellung "Lebendige Puppen - Theatergeschichten aus fünf sächsischen Puppentheatern" der Puppentheater Bautzen, Dresden, Zwickau, Leipzig und Chemnitz eröffnet. Zum ersten Mal in der Geschichte präsentierten sich alle Theater gemeinsam. Anlass war der 50. Geburtstag der Puppentheaters Bautzen. Am 12. März feierte die Deutsche Erstaufführung in sorbischer Sprache "Zasypane" (Verschüttet) Premiere. Zum inzwischen 12. Schüler-Welt-Theatertag, der ganz im Zeichen der Zweisprachigkeit stand, kamen über 5.000 Zuschauer. Am 28. März fand unter dem Motto "Theater für Dich?" zum zweiten Mal der Tag des Theaters für die sorbische Jugend statt. Knapp 200 Schüler aus der Niederlausitz lernten das Theater genauer kennen. Der Höhepunkt des Tages war eine Diskussion am runden Tisch. Erstmalig trafen sich Schauspieler, Politiker und Jugendliche, um zu besprechen, wie viel Nachwuchs das sorbische Theater braucht.

Im April begann der Kartenvorverkauf zum 16. Bautzener Theatersommer, dessen Stücktitel aus Krankheitsgründen von Darstellern kurzfristig geändert werden musste. Zum 50. Geburtstag ludt das Puppentheater Bautzen im April 900 niedersorbische Kinder ein, um gemeinsam in Bautzen zu feiern. Am 4. April wurde Richtfest in der "Societät" gefeiert.

Im Mai war es soweit: der 50. Geburtstag des Puppentheaters wurde mit zahlreichen Aktivitäten, Gästen, einer kunterbunten Festwoche und einer großen Festveranstaltung feste gefeiert. In diesen ereignisreichen 50 Jahren ist das Puppentheater dreimal umgezogen (erinnern Sie sich noch ans Puppentheater auf dem Lauengraben oder in der Kaserne?), wurden 183 Premieren in deutscher, ober- und niedersorbischer Sprache auf kleine und große Bühnen gebracht, besuchten fast 2 Millionen Zuschauer rund 12.000 Vorstellungen und über 1500 Puppen erblickten das Scheinwerferlicht. Vom 12. bis 15. Mai trafen sich zum 3. Sächsischen Puppentheatertreffen die Ensembles aus Bautzen, Dresden, Zwickau, Leipzig und Chemnitz in Bautzen zu Gesprächen, Workshops, Vorstellungen und Vorträgen zum Thema "Ensemble".

Ende Juni feierte der 16. Bautzener Theatersommer "Der Männer Traum: Die Zähmung der Widerspenstigen" Premiere. Selten gab es so einen verregneten Juli wie 2011. 3 Vorstellungen des Theatersommers fielen buchstäblich ins Wasser. Insgesamt konnten jedoch 31 Vorstellungen gespielt werden. Seit vielen Jahren bietet das Theater Bautzen zum Theatersommer Stückeinführungen für den Blinden- und Sehschwachenverband an und zum zweiten Mal sogar eine Vorstellung mit Gebärdensprachdolmetscherinnen für Gehörlose.
Im Außenbereich zwischen "Societät" und großem Haus wurden alle notwendigen Voraussetzungen für die planmäßige Umgestaltung des Hofes und des neuen Verbinder-Baus (Hauptbühnengebäude-Societät, neuer Zentral-Eingang) geschaffen, allerdings traten im Hinblick auf die Zielstellung - Abschluss der Arbeiten bis Spielzeit-Beginn 2011/2012 - durch die Starkregen-Situation im Juli erneute Verzögerungen ein.
Nach neun Spielzeiten beendete Janina Brankatschk ihre Tätigkeit als Beauftragte des Intendanten für sorbisches Theater.

Die Spielzeit 2010/2011 endete mit der letzten Vorstellung des Theatersommers am 31. Juli überaus erfolgreich. Passend zum 50. Geburtstag des Bautzener Puppentheaters 2011 erreichte die Sparte Rekord-Zuschauerzahlen. 34.887 Zuschauer besuchten die 408 Veranstaltungen des Puppentheaters (das sind rund 6.000 Besucher mehr als in der vorvergangenen Spielzeit).
Auch insgesamt verzeichnen die Zuschauerzahlen der Spielzeit 2010/2011 eine deutliche Steigerung 152.350 Gäste (gegenüber 145.967 in der Spielzeit 2009/10) besuchten 963 Veranstaltungen, das entspricht einer Auslastung von 81,00 Prozent.

Am 5. September begann die Spielzeit 2011/2012 mit dem Motto "Generationen/Generacije". Fester Bestandteil der Angebote an Vorstellungen und Veranstaltungen zur Nutzung für den Unterricht sind in jeder Spielzeit eine Reihe an Schulprojekten. Unter dem Motto "Musik erleben, erschließen - Theaterpaxis" startete die neue Spielzeit mit einem umfassenden und ungewöhnlichen Projekt. Rund 850 Schüler und Schülerinnen der Klassen 7 bis 12 aus ganz Ostsachsen erlebten vom 14. bis 22. September Musikunterricht in ungewöhnlicher Form.

Als Nachfolge der Schauspielerin Janina Brankatschk, die im Deutsch-Sorbischen Volkstheater neun Spielzeiten lang die satzungsgemäße Position der Beauftragten des Intendanten für sorbisches Theater inne hatte, war mit Beginn dieser Saison ein entsprechender Nachfolger neu zu benennen. Intendant Lutz Hillmann berief Madlenka Scholze zum 1. Oktober in diese Funktion.
Pünktlich zum Start der neuen Spielzeit öffnete das Theater seine Türen für Abonnenten, Interessenten und Zuschauer. Diese waren eingeladen, sich beim Tag der offenen Tür am 3. Oktober das große Haus vor und hinter den Kulissen anzuschauen, um sich auf die neue Saison einzustimmen. 1900 Gäste ließen sich das Ereignis nicht entgehen.
Am 17. Oktober wurde zum ersten Mal eine sorbische Inszenierung simultan ins Englische und nicht wie gewohnt ins Deutsche übersetzt. Im Rahmen des Herbstseminars der Jugend europäischer Volksgruppen und des sorbischen Jugendvereins PAWK e.V. besuchen Gäste die Vorstellung "Marathon" im Burgtheater Bautzen.
Am 22. Oktober feierte die Deutsche Erstaufführung "Verschüttet" im großen Haus Premiere. Diese versinnbildlicht - wie keine andere Inszenierung - das Motto der Spielzeit "Generationen". Der Bühnenball 2011 stand am 28. und 29. Oktober unter dem Motto "Unbeschreiblich weiblich" und begeisterte rund 500 Besucher.
Ende Oktober traf sich in der Grundschule Straupitz zum ersten Mal eine niedersorbisch/wendische Kindertheatergruppe unter der leitung des Schauspielers Mirko Brankatschk, um gemeinsam ein Theaterstück in niedersorbisch/wendischer Sprache einstudieren.

Das Puppentheater Bautzen gratulierte im Herbst sowohl dem Puppentheater am TdJW Leipzig zum 20. Geburtstag als auch dem Chemnitzer Figurentheater zum 60. Geburtstag mit Gastinszenierungen.
Im Dezember wurden 131 Vorstellungen in beiden Häusern, und im gesamten Kulturraum gespielt. Darunter gab es zahlreiche Jubiläen:
am 6. Dezember zum 10. Mal: Anton - Das Mäusemusical
am 14. Dezember zum 10. Mal: Die feuerrote Blume
am 15. Dezember zum 10. Mal: D¼ìæo w ¾³obju (Das Kind in der Krippe)
am 31. Dezember zum 10. Mal: LIEDERlich oder eine kleine (frivole) Nachtmusik
am 29. Dezember zum 15. Mal: Stellaluna - die kleine Fledermaus
am 21. Dezember zum 20. Mal: Anton - Das Mäusemusical
am 27. Dezember zum 35. Mal: Zwerg Nase
am 7. Dezember zum 40. Mal: Eine Weihnachtsgeschichte
am 28. Dezember zum 45. Mal: Däumelinchen
am 18. Dezember zum 60. Mal: Der kleine Wassermann
am 9. Dezember zum 75. Mal: Blumenkinder
am 4. Dezember zum 90. Mal: Pettersson und Findus
am 14. Dezember zum 90. Mal: Die BautzenBallade
und ohne rundes Jubiläum, dafür umso erwähnenswerter: am 2. Dezember zum 109.! Mal: Die kleine Orestie