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Das Mädchen Doris kommt ins Berlin der Weimarer Republik. Sie kommt mit geklautem Pelz, leeren Taschen und einem Kopf voller Träume. Sie geht von Mann zu Mann, von Illusion zu Illusion und von Enttäuschung zu Enttäuschung. Aber Doris trotzt der Gemeinheit der Welt, denn sie weiß, was sie will - ein "Glanz" sein.
Dem Theaterstück "Das kunstseidene Mädchen" liegt der 1932 veröffentlichte gleichnamige Roman von Irmgard Keun zugrunde, deren Geburtstag sich am 6. Februar 2005 zum hundertsten Male jährt. Imrgard Keun, Tochter wohlhabender Eltern, verbrachte Kindheit und Jugend in Berlin und Köln. Ihre ersten Romane "Gilgi - eine von uns" (1931) und "Das kunstseidene Mädchen" (1932) wurden Überraschungserfolge, die in lakonisch-erfrischendem Stil den Kampf junger Frauen um persönliche Unabhängigkeit während der Weimarer Republik thematisierten. Als die Nazis ihre Bücher verboten, verklagte sie selbstbewusst das Regime auf verloren gegangene Einnahmen. 1936 ging sie ohne ihren Ehemann, den um viele Jahre älteren Schriftsteller Johannes Tralow, ins Exil nach Holland. Gemeinsam mit Jospeph Roth reiste sie quer durch Europa und in die USA. 1940 kehrte sie mit falschem Pass nach Deutschland zurück und überlebte bei ihren Eltern in Köln den Zweiten Weltkrieg. Sie arbeitete nach 1945 als Feuilletonistin und als Schriftstellerin. 1951 wurde ihre Tochter geboren, über deren Vater sie jegliche Angaben verweigerte. Alkoholprobleme zwangen sie später zu mehreren und auch längeren Klinikaufenthalten. Sie starb 1982 in Köln. Erst ein Jahr vor ihrem Tod begann ihre allmähliche "Wiederentdeckung". 1981 erhielt sie den "Marie Luise Fleißer Preis" der Stadt Ingolstadt. Irmgard Keun gilt als eine der ironisch-scharfsinnigsten und unerschrockensten Chronistinnen der deutschen Gesellschaft in der Zeit von der Weimarer Republik bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Aus Anlass ihres 100. Geburtstages findet am 19. Februar im kleinen Saal des Burgtheaters die Premiere von "Das kunstseidene Mädchen" (Theaterfassung von Gottfried Greiffenhagen) statt.
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