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Vor seinem gemalten Porträt überkommt den jungen Dorian Gray das Bewusstsein seiner eigenen Schönheit wie eine Offenbarung und leidenschaftlich äußert er den Wunsch: "Warum kann ich nicht für immer jung bleiben, während das Bild an meiner Stelle altert!". Unerwartet erfüllt sich Dorians verhängnisvoller Wunsch. Unter dem Einfluss des reichen, geistreichen und zynischen Dandys Lord Henry Wotton beginnt sich Dorian Gray zu einem skrupellosen, genusssüchtigem Menschen zu verändern, der sogar über Leichen geht. Übersättigt vom Genuss, empfindet er das Schöne nicht mehr, wenn es harmonisch und unkompliziert ist. Sein Empfinden bedarf immer stärkerer Reize und schließlich findet er nur noch am Hässlichen und Verzerrten Gefallen. Während sein Körper von makelloser Schönheit bleibt, zeigt das Porträt deutliche Spuren der seelischen Selbstzerstörung - es wird zur hässlichen Fratze. Längst gehört Oscar Wildes Roman zum festen Kanon der Weltliteratur. John von Düffel hat ihn neu ins Deutsche übersetzt und für die Bühne adaptiert. |
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