Pressestimmen:


Das Leben ist reines Synapsengeflacker

Johanna Lemke schrieb am 17.10.2011 in der "Sächsischen Zeitung":

Am Bautzner Theater legt das urkomische Stück "Perplex" die Realitäten der Enddreißiger offen. . Autor und Regisseur Marius von Mayenburg hat dieses Drama für die Berliner Schaubühne geschrieben und selbst inszeniert. Jetzt kam es in Bautzen zur Premiere, in der Regie von Michael Funke. . "Perplex" ist vor allem eins: Eine Spielwiese für vier Darsteller. In Bautzen stehen Katja Reimann, Heike Ostendorp, Olaf Hais und Ralph Hensel auf der Bühne. Am Anfang denkt man noch, dass nun eine schöne Beziehungskomödie beginnt - und muss schnell feststellen, dass das alles nicht so einfach ist. In permanenten Wechseln gleitet eine Szene in die andere hinüber, tauschen sich Rollen aus, legt sich eine Realität über die andere. Das Witzige daran ist, dass immer einer hinterherhinkt, nicht begreift, dass wir eigentlich schon längst woanders sind. Vor allem Heike Ostendorp ist in all ihren Rollen überwältigend komisch. ... An Ostendorp kann man sich deswegen nicht sattsehen, weil sie eine Meisterin der kleinen Gesten ist. . Jede der einzelnen Szenen entlarvt die Realität aufs Genaueste. . Der Text legt erbarmungslos offen, welche Realitäten wir uns zusammenkonstruieren - und wie sehr wir genau das brauchen, um Halt zu spüren. Denn was wäre der Einzelne, wenn er sich nicht einem Konzept verpflichten würde? Das zeigt das Stück am Ende: Nichts wären wir dann. "Reines Synapsengeflacker", wie die endgültig ausflippende Judith daherplappert. Existieren wir eigentlich? Und wenn ja, wie lange? In Bautzen ist die Sache klar: So lange, bis die Theaterarbeiter die Bühne auseinanderschrauben. Und was sagt der Regisseur dazu? Selber hingehen!


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geändert: am 21.10.2011 um 09:57 Uhr.