| Das Bildnis des Dorian Gray [Beitrag #31] |
Mon, 22 February 2010 11:42 |
Gerald Kluge Beiträge: 6 Registriert: December 2009 |
Junior Member |
|
|
An die
Sächsische Zeitung
Lokalredaktion Bautzen
per email
Betreff: Leserbrief zur Rezension „Dorian Gray" in der heutigen Ausgabe
22. 02. 2010
Die Rezensentin spricht von „der nicht nachvollziehbaren Idee, das per Video gezeigte Bildnis des Dorian Gray zunehmend zu einer Horrorfratze, einem Ungeheuer verkommen zu lassen, statt ihn einfach altern zu lassen".
Wer den Roman von Oscar Wilde gelesen hat, kann das sehr wohl nachvollziehen.
Originalton Wilde, nachdem Dorian dem Maler das veränderte Bild gezeigt hat:"Ein Schrei des Entsetzens brach von den Lippen des Malers, als er in dem düsteren Licht das scheußliche Gesicht auf der Leinwand grinsen sah. In seinem Ausdruck lag etwas, was ihn mit Ekel und Abscheu erfüllte". Danach lässt der Autor den Maler ausrufen:"Wenn es wahr ist, wenn Sie das aus Ihrem Leben gemacht haben, dann müssen Sie noch viel schlechter sein, als die glauben, die gegen Sie sprechen"
Genau diese Grundaussage des Romans spiegelt die Inszenierung. Der Regisseur kannte die literarische Vorlage, die Rezensentin hingegen ganz offensichtlich nicht.
Mit freundlichen Grüßen
gez.: Günther Hack
|
|
|