Die Eisbären

von Jonas Gardell
1 h 10 min, keine Pause

inscenacija

Regie: Alexandra Wilke
Ausstattung: Alexandra Wilke
Dramaturgie:
Premiere: 1. März 2019, Burgtheater, großer Saal

termin

Presse:

Viel Applaus für starke Frauen. Ilse, gespielt von Gabriele Rothmann, dominiert das Stück. Sie ist dabei ebenso Furie wie ein alter kleiner Haufen Elend, was mit ihrer offenbar beginnenden Demenz zu tun haben mag, aber vielmehr Ausdruck ihrer Persönlichkeit ist. Diese Stimmungswechsel sind teils so abrupt, dass die Zuschauer innerhalb von Sekunden lachen, raunen, verstummen und immer auf die Bühne schauen, um keine Regung zu verpassen. Ilse weiß, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt in diesem Leben, also rechnet sie mit ihren Töchtern Gertrud (Lisa Lasch) und Solveig (Katja Reimann) hemmungslos ab. Sie beleidigt und manipuliert sie mit unterschiedlich großem Erfolg. Alle drei Frauen spielen mit großer Präsenz und sparen nicht mit gegenseitigen Vorwürfen, obwohl sie sich nur nach ein bisschen Liebe sehnen. ... Für diese emotionale Einsamkeit der drei Frauen funktioniert der Aufenthaltsraum im Altersheim als Kulisse in diesem kammerspielartigen Stück wunderbar. ... Beobachtet, belauscht und unterbrochen werden sie von drei Heimbewohnerinnen, den heimlichen Stars und potenziellen Publikumslieblingen dieses Stücks. Für diese Rollen hat Regisseurin Alexandra Wilke Seniorinnen aus der Region engagiert. ... Ob die goldenen Lettern „Alles Liebe!“ im Hintergrund als ernst gemeinter Geburtstagswunsch zu deuten sind, darf jeder Zuschauer nach den gut 60 Minuten für sich entscheiden. Bei der Premiere gab es langen und verdienten Applaus für sechs starke Frauen.
David Berndt, Sächsische Zeitung


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