Birkenbiegen

von Oliver Bukowski

Es war einmal ein Wendegenerationspaar – Bine und Volker, das war zu einem Wendegewinnerpaar geworden, weil es rechtzeitig sein Heil im Westen suchte. Aus der ersten Hälfte ihrer Sozialisation hatten sie den Sinn für das „Wir“, aus der anderen Hälfte den fürs „Ich“ mitgenommen. So gründete das Paar eine Familie schaffte den beruflichen Aufstieg.
Doch ein Batzen Risikokapital in Form von Grund und Boden ruft die ehemaligen Wirtschaftsflüchtlinge zurück in die Heimat, samt Nachwende-Teenie-Tochter Ruby im Schlepptau. Zu Hause wartet die lebensweise Mutter Ruth und die daheimgebliebene Schwester Vera nebst Gatten Peter und Sohn Karl, die zu Hause blieben und blieben, wie sie waren. Die Rückkehrer nehmen die Herausforderung
entschlossen und abenteuerlustig in Goldgräbermanier an – ein Familien-Unternehmen soll in naher Zukunft entstehen. Wäre da nicht die unbefestigte Natur des unsicheren, absackgefährdeten Stücks Seenland. Ein Stück Lausitzer Seelen- und Seenlandschaft wird auf der Bühne verhandelt.

Inszenierung

Regie: Lutz Hillmann
Premiere: 10.11.2017
Bühne: großes Haus
Ausstattung: Katharina Lorenz a.G.

Termine

Rollen

Ruth Michel: Sabine Michel: Volker Michel: Ruby Michel: Vera Böttcher: Peter Böttcher: Karl Böttcher:
Presse:

Majka Kowarjec ist der Publikumsliebling, wie sie handfest und weise zugleich mahnt und schlichtet und am Grab ihres Mannes einen starken Monolog hat.
Michael Bartsch, nachtkritik

Bukowski ... schaut den Leuten aufs Maul. Er hat ein Herz für die sozial Schwachen und Abgehängten. Seine Sprache ist bissig, zupackend, witzig, melancholisch und dialektgefärbt. Bukowski spielt souverän mit Ost-West-Klischees. Die Ostseele wird nicht gestreichelt, aber sie bekommt viel zu lachen. ... Die Aufführung meistert den Spagat zwischen Groteske und Gegenwartsdrama. Keine Figur wird in die Ecke gestellt, keine diffamiert, jede hat ihr Päckchen zu tragen, sucht ein Stückchen Zukunft.
Rainer Kasselt, Sächsische Zeitung

Bei allem Biss, bei aller Schärfe und gekonnter Zuspitzung ist "Birkenbiegen" kein hoffnungsloses Stück. Der Text und die geradezu liebenswürdige Inszenierung lassen ohnehin keine "Schuldigen" an deutsch-deutscher Entfremdung erkennen. In Bautzen hatte Bukowksi jedenfalls ein Heimspiel.
Michael Bartsch, Dresdner Neueste Nachrichten

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