Das leere Haus

Stück von Carla Niewöhner
Förderpreisträgerin Stückewettbewerb Lausitzen 2017
3 h, inkl. Pause
"Das leere Haus" erzählt die Geschichte der entwurzelten Anna Symmack, die aus der Lausitzer Provinz in die Hauptstadt gezogen ist. Da die Großmutter Marja Symmack im Sterben liegt, muss Anna sich als die einzige Verwandte widerwillig um die letzten Dinge und das Haus kümmern. Die Rückkehr in die alte Heimat konfrontiert sie mit vergessenen glücklichen Zeiten und unliebsamen Erinnerungen, sowie den Fragen, die sich jeder Mensch stellt: Woher komme ich? Wohin gehe ich?
Fragmentarische Briefe und Erinnerungen von Anna und der Großmutter verknüpfen ihre Lebensläufe, wodurch die Pluralität der Stimmen aus Gegenwart und Vergangenheit ein lautmalerisches Kaleidoskop erzeugt. So fügt sich in diesen Versatzstücken das Mosaik von Annas Familiengeschichte zusammen, das neben der Offenbarung von Lebenslügen auch den Trost der Wahrheit und schließlich die Annahme der Herkunft enthält.
Carla Niewöhner gewann beim Stückewettbewerb LAUSITZEN 2017, den das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen, das Staatstheater Cottbus und die Neue Bühne Senftenberg bundesweit ausschrieben, den Förderpreis. Sie schafft Bilder, die bewegen und macht Lust auf eine Entdeckungsreise in eine Familiengeschichte, die gleichzeitig eine symptomatische Geschichte für die Bewohner der Lausitz ist.

Inszenierung

Regie: Esther Undisz
Musikalische Leitung:
Ausstattung: Katharina Lorenz
Dramaturgie:
Premiere: 22. November 2019, großes Haus

Termine

20.12.2019 um 19:30 Uhr großes Haus, Hauptbühne Karten bestellen
22.12.2019 um 15:00 Uhr großes Haus, Hauptbühne Karten bestellen
11.01.2020 um 19:30 Uhr großes Haus, Hauptbühne Karten bestellen
01.02.2020 um 19:30 Uhr großes Haus, Hauptbühne Karten bestellen
29.02.2020 um 19:30 Uhr großes Haus, Hauptbühne
09.04.2020 um 19:30 Uhr großes Haus, Hauptbühne
17.04.2020 um 19:30 Uhr großes Haus, Hauptbühne

Rollen

Anna Symmack, Kantorka:
Marja Symmack, Reisende: Majka Kowarjec
Lenka Holnik, Eva Konzak, Wórša Ryćer:
Jan Breder, Měrćin Breder:
Jakub Symmack, Timo Hantschick:
Marja Ryćer:
Achim Konzak, Jurek Ryćer:
Pastor: Janusz Kawka
Sofija: Katja Rehor
Presse:

Die Themen, die die 38-jährige Autorin Carla Niewöhner in ihrem Familiendrama „Das leere Haus“ verhandelt, sind riesig: Generationenkonflikte werden mit Blick auf das Zusammenleben von sorbischer Minder- und deutscher Mehrheit besprochen, vor dem Hintergrund von Krieg, Gewalt und Umbruch. Schließlich sieht man eine Region im Heute. Junge Frauen flüchten. Frustrierte Jungen, sich auf dem Mond wähnend, starren in Wahrheit auf den Tagebau.
Niewöhner, die zur Stückerarbeitung den Förderpreis der Lausitzen 2017 erhielt, lädt zur Aufarbeitung per Zeitreise. An drei Frauen arbeitet sie sich dafür ab, drei Rebellinnen, stoisch, frech und hart im Nehmen. Da ist Großmutter Marja (Majka Kowarjec), die sich gegen den elterlichen Willen als Tochter freier Bauern zur Liebeshochzeit mit einem Knecht erdreistet. Ein Fauxpas! Da ist Mutter Jewa (Petra-Maria Wenzel), die als Sorbin einen Deutschen heiratet, einen Tagebauer, Kriegserzwinger, Verbieter. Frevel! Und Tochter Hanka (Anna-Maria Brankatschk), 29, ungebunden, zieht gar die Karriere der Familiengründung vor und jettet gut bezahlt durch die Welt. Die Basis ist Berlin, ist klar. ... Manch einer im Publikum, das zeigen die Gespräche im Anschluss, hat in diesem Abend ein Stück der eigenen Geschichte entdeckt. Da beeindruckt die Bremerin den Oberlausitzer.
Franziska Springer, Sächsische Zeitung

Facebook:

Ein großes Lob an alle Schauspieler! Hab das Stück heute angeschaut und dachte eigentlich,dass ich es nicht richtig verstehe oder mir eventuell zu langweilig wird! Nichts von alledem ist passiert! Es sind bei mir Tränen geflossen,da es mich an meine Oma erinnert! Und es ist das allererste Stück,wo bei mir Tränen fließen! Es war wahnsinnig schön und alle "figuren" haben sehr gut gespielt! Ganz ganz großes Lob
Isa Ha

Das Stück ist einfach super. Vor allem wird ein Thema aufgegriffen, was ja in unserer Zeit eine große Rolle spielt. Deshalb erst einmal ein riesengroßes Lob an die Schauspieler, die dieses Stück toll umgesetzt haben. Man wurde sofort in den Bann gezogen und man erlebte mit, wie schwer es für viele Menschen war in der Zeit des Krieges, innerhalb der Generationen in einer Familie und das man vielen Dingen hilflos ausgeliefert war. Also ich war begeistert und kann nur jedem empfehlen, sich dieses Stück anzusehen, denn es regt zum Nachdenken an und man versteht dann vielleicht vieles besser, wo man vielleicht vorher jemanden für seine Art und sein Benehmen verurteilt hat. Man müsste öfter hinter die Sache schauen. Danke an alle Mitwirkenden!!!
Claudia Ha

 

 


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