Fegefeuer

Von Sofi Oksanen

Deutsch von Angela Plöger

„Fegefeuer“ beschreibt das packende Drama zweier
osteuropäischer Frauengenerationen.
Zwischen Sowjetbesatzung und den Realitäten eines neuen Europas dekonstruiert Sofi Oksanen virtuos die europäische Geschichte am Beispiel Estlands und zeigt damit auf, dass das Private auch immer politisch ist. Ihre mit großer psychologischer Sensibilität gezeichneten Figuren zeigen im Besonderen, was der Verlust der individuellen Freiheit aus der weiblichen Perspektive bedeuten kann.

Aliide Truu, eine alte Frau, deren Schicksal unweigerlich mit den Verbrechen aus der Zeit der russischen Besatzung verbunden ist, findet die junge Russin Zara - offensichtlich auf der Flucht - schutzsuchend in ihrem Garten.
Aliide versteckt das junge Mädchen vor ihren mafiösen Peinigern. In der Abgeschiedenheit des Landhauses kommen sich die beiden Frauen näher und es zeigt sich, dass sie ein lang zurückliegendes familiäres Drama
miteinander verbindet. Die Frauen werden von den Schatten der Vergangenheit, die ein repressives System über das Land und somit über die Bevölkerung geworfen haben, eingeholt. Aliide muss sich einer längst verdrängt geglaubten schicksalhaften Entscheidung erneut stellen.

Sofi Oksanen schreibt Theaterstücke und Prosa. Für ihren Roman FEGEFEUER, der auf dem gleichnamigen Theaterstück basiert, erhielt sie zahlreiche Preise, u.a. den
renommierten Finlandia Award. Mit FEGEFEUER avancierte sie zur weltweit beachteten Autorin. Nach Premieren u. a. in Schweden, Dänemark, Portugal, Frankreich und den USA folgten 2012 weitere u.a. in England, Litauen, Lettland,
und Spanien. In Deutschland wurde FEGEFEUER beim Berliner Stückemarkt 2010 vorgestellt. Es folgten Produktionen am Theater Osnabrück, am Staatstheater
Hannover und am Theater Kiel.
Zuletzt erschien von Sofi Oksanen der Roman ALS DIE TAUBEN VERSCHWANDEN, der in über 30 Sprachen übersetzt wurde.

Inszenierung

Regie: Ralph Hensel
Premiere: 23.09.2016
Bühne: Burgtheater
Bühne/Videos: Ralph Hensel
Kostüme: Kaur Hensel

Termine

Rollen

Aliide Tru: Die junge Aliide Tru: Zara: Hans Pekk: Ingel Pekk: Pascha: Soldat I: Martin Tru: Lawrenti: Ein Kunde: Soldat II:
Presse:

… Gänsehautmomente … erschütternde Momente … besondere Momente, wie die Filmaufnahmen im Hintergrund: Ein schönes Gleichnis ist ein Schmetterling, der im Innern eines alten Gemäuers an der Scheibe nach einem Weg in die Freiheit sucht, doch er findet kein Schlupfloch … .
Silvia Stengel, Sächsische Zeitung

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