Hallo Nachbar - (Un)Sinnbilder mit Glump

Eine Puppentheaterkomödie von Ingeborg von Zadow
Uraufführung
ab 14 J.
Wer kennt sie nicht, die lieben Nachbarn. Die (haus)ordnungsliebende ältere Dame, die Junggesellen-WG mit guter Musikanlage, die junge Studentin mit bellendem Hund. Man grüßt freundlich, unterhält sich mal kurz, ist aber dennoch froh, dass man durch die Wände der eigenen Wohnung voneinander getrennt ist.
Doch was, wenn plötzlich Wohnungen verschwinden – die Einwohner aber bleiben. Was, wenn zwei Wohnungen verschmelzen und das Klingelschild vermeldet, aus Nachbarn wären Mitbewohner geworden? Und wer oder was ist Glump, das sich abends unbemerkt zu einem aufs Sofa setzt?

„Hallo Nachbar“ ist ein Auftragswerk des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters, das von der Autorenstiftung Frankfurt am Main unterstützt wird.
Bei der Arbeit an Ingeborg von Zadows „Über Lang oder Kurz“ lernte Regisseur Stephan Siegfried die Autorin schätzen, und diese die Mittel des Puppentheaters. So entstand die Idee, ein neues Stück zu schreiben, dass explizit für das Puppentheater konzipiert ist.
Passend zum Thema Nachbarn, kommt Ingeborg von Zadow vom Verlag der Autoren aus der Bautzener Partnerstadt Heidelberg.

Inszenierung

Regie:
Ausstattung: Marita Bachmaier
Dramaturgie:
Premiere: 11./12. September 2020, Burgtheater, großer Saal

Termine

03.10.2020 um 19:30 Uhr Burgtheater, großer Saal Karten bestellen
19.11.2020 um 19:30 Uhr Burgtheater, großer Saal Karten bestellen
26.11.2020 um 19:30 Uhr Burgtheater, großer Saal Karten bestellen
18.12.2020 um 19:30 Uhr Burgtheater, großer Saal Karten bestellen
Presse:

... versprochen ward eine Puppentheaterkomödie von Ingeborg von Zadow – eine eigens für das Puppentheater geschriebenes Stück für Menschen ab 14 – in Regie von Spartenchef Stephan Siegfried und mit grandiosen Puppen von Marita Bachmaier und einer eigentlich guten Grundidee, nachdem die vier Spieler wie Inspektoren einmarschierten: Marie-Luise Müller, Eva Vinke, Annekatrin Weber und Andreas Larraß desinfizierten sich und prüften skeptisch die dreigeteilte Bühne: Ein Sechsfamilienhaus und zwei mannshohe graue Spielcontainer bilden die Kulisse für eine eigentlich ganz normal-urbane innerhausgemeinschaftliche Integrationsgeschichte. .... Dort passiert dann auch das Außergewöhnliche: Die Wohnungen verschwinden nacheinander, die Bagage muss zusammenrücken, zum Schluss verschwindet auch das Treppenhaus – Schuld ist vielleicht ein kleiner grüner Kobold namens Glump – vermutlich eine Metapher der Einsamkeit. ... es bleiben großartige Charakterkopfpuppen auf der zweiten Ebene und ein wirklich beherztes Spiel des Quartetts als Spielzeiteröffnung in Erinnerung.
Andreas Herrmann, fidena.de

Es sind Menschen, deren Leben allmählich aus den Fugen gerät. Sie leben in einem mysteriösen Mietshaus, in dem sich ihre Wohnungen auflösen, und sie in einen anderen nachbarlichen Verhaltensmodus wechseln müssen. Aus Distanz wird zwangsläufig Nähe. So mancher der Besucher dürfte sich gefragt haben: Was tun, wenn die eigene Wohnung weg ist, die Gefühlswelt aus den Fugen gerät? Eine Lage, in der aus Rat- auch Hemmungslosigkeit werden kann. ... Mit anderen Worten: Die Stimmung im Haus ist ungeordnet, gereizt. Und wo miese Laune verströmt wird, Kümmernisse auftreten, fühlt sich der Glump pudelwohl. Ein alienhaftes Trollwesen, das sich vom Negativen ernährt. ... Bemerkenswert ist das von Marita Bachmaier kreierte Bühnenbild. Ein puristisch-anmutendes Puppenhaus in Regalform. Auf Simultanbühnen erlebt der Zuschauer das Wohnhaus-Leben hautnah, da bekommen die Figuren kräftige Konturen.
Rainer Könen, Sächsische Zeitung


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