Krieg - stell dir vor, er wäre hier

von Janne Teller

Aus dem Dänischen von Sigrid C.Engeler

Gemeinschaftsprojekt Theater Bautzen und Gedenkstätte Bautzen

In ihrem Gedankenspiel verkehrt die Autorin Janne Teller die Verhältnisse der realen Welt. Stell dir vor, es ist Krieg - nicht irgendwo weit weg, sondern hier in Europa. Die demokratische Politik ist gescheitert und faschistische Diktaturen haben die Macht übernommen. Mitten in Europa ist ein Krieg ausgebrochen, dessen Ursache im Ende der Europäischen Union liegt. Hunger, Kälte und die ständige Angst vor Angriffen bestimmen den Alltag.
Wer kann, flieht in den Nahen Osten, wie der 14-jährige Protagonist aus Deutschland. Damit beginnt das Flüchtlingsdrama eines deutschen Jungen und seiner Familie nach Ägypten, das nächstliegende friedliche Land. Die Familie hat Tote und Verletzte zu beklagen, die schwer erkrankte Mutter hat im weitgehend zerstörten Deutschland keine Überlebenschance.
In einem ägyptischen Flüchtlingslager versucht er mit seiner Familie ein neues Leben zu beginnen. Die Familie unterliegt strengen Bestimmungen. Weil er keine Aufenthaltsgenehmigung hat, kann er nicht zur Schule gehen, kein Arabisch lernen, keine Arbeit finden. Er fühlt sich als Außenseiter und sehnt sich nach Hause. Doch wo ist das?
Nach Jahren im Lager können sie sich eine neue Existenz aufbauen. Dabei haben sie mit Vorurteilen und Fremdenfeindlichkeit zu kämpfen und kommen immer wieder in Konflikt mit der arabisch-islamischen Leitkultur. Das Gastland wird nicht zur Heimat, die alte Heimat ist zerstört und als besiegte Nation nur noch Teilstaat eines autokratisch regierenden Europas unter französischer Vorherrschaft. Rückkehrende Emigranten gelten als Verräter und wer Deutschland auch nur für kurze Zeit bereist, verliert seinen Asylantenstatus in seinem Gastland.

Inszenierung

Regie: Ralph Hensel
Premiere: 12.03.2015
Spielort: Klassenzimmerstück, in Schulen

Rollen

Spieler 1: Spieler 2: Spieler 3:
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