Männer und andere Irrtümer

von Michéle Bernier und Marie Pascale Osterrieth
nach dem Comic von Florence Cestac, Deutsche Fassung von Manfred Langner
1 h 50 min, inkl. Pause
Was viele nicht wissen: Auch Männer kommen in die Wechseljahre. Konzentrationsstörungen und Depressionen können die Folge sein. Vor allem aber führt die männliche Midlife-Crisis zu einem Jugendlichkeitswahn: Der um seine Attraktivität ringende Mann verlässt das angetraute Weib, um sich für eine junge schöne Fee in einen Märchenprinzen zu verwandeln. Zurück bleibt die verlassene Ehefrau, die die neu gewonnene „Freiheit“ in all ihren Höhen und Tiefen durchlebt und dabei viele gut gemeinte Ratschläge von außen erhält ...
Gabriele Rothmann verwandelt sich in dieser wunderbaren „One-Woman-Show“ in die betrogene Ehefrau, den untreuen Ehemann, in alle ihre Freundinnen, in diverse Nachbarn und Nachbarinnen, die türkische Hauswartsfrau, sogar in die Geliebte ihres Mannes, deren Zauberfee-Image am Ende ziemlich ramponiert wird. Insgesamt 25 verschiedene Figuren sind dem Zuschauer vor das geistige Auge zu bringen.
Ein Besuch gruppen- oder paarweise, aber auch solo ist für Menschen beiderlei Geschlechts und ( fast) jeden Alters zu empfehlen.

Inszenierung

Regie: Birgit Letze-Funke
Ausstattung: Katharina Lorenz
Premiere: 10. Mai 2007, Burgtheater, großer Saal

Termine

Rollen

Frauen:
Presse:

Wir sind ein besonderes Paar! Uns passiert das nicht! Wir sind anders! Wer hat das anfangs nicht gedacht und sich dann nach ein paar Jahren wiedergefunden in einem Leben, das man so nie leben wollte. Mit eigenem Häuschen, Garten, Auto und Kindern - in einer Ehe, die jeder als perfekt bewundert.
Dass der Schein trügt und wie er trügt, bringt Gabriele Rothmann in dem Ein-Personen-Stück "Männer und andere Irrtümer" nach dem Comic von Florenc Gestac in der Regie von Birgit Letze-Funke auf die Bautzener Bühne. Wütend, komisch, rührend zugleich und immer überzeugend spielt sie eine Schwäche nach der anderen in einer ältlich gewordenen Beziehung durch. ... Gabriele Rothmann erzählt aufgebracht und lebhaft weiter, wie kam, was wohl kommen musste. ... Das Publikum am Donnerstagabend im ausverkauften Saal erkennt vieles wieder, amüsiert sich und ist nachdenklich zugleich. Bevor es die Premiere rauschend beklatscht, erlebt es aber doch noch ein Happyend. Und - wie erfrischend - das ist nicht das Eheglück.
Ines Eifler, Sächsische Zeitung

So entwickelte sich das amüsant anzusehende Gefühlschaos vom Ausgangspunkt mit der Pistole an der Schläfe und dem plötzlichen Entschluss: "Ich bringe mich doch nicht um, nicht wegen eines Kerls"  bis hin zur schlussendlichen Erkenntnis: "Ich bin wieder frei!". Dass sie viel Spaß an der Verwandlung hatte, sah man Gabriele Rothmann, die das Publikum gern mit einbezog, an. Schnell wussten alle Zuschauer, warum schon so viel über das erfolgreiche Theaterstück gesprochen wurde. ... Dass Probleme bei Frauen nicht selten zum engsten Kontakt mit dem Kühlschrank führen - wer kennt nicht eine, die eine kennt, die so etwas schon erlebt hat. So zumindest erging es auch dieser gehörnten Ehefrau, die sich irgendwann fühlte, als habe sie "drei Wochen im Kühlschrank gewohnt". Ebenso wie eine leicht angeschwipste Freundin, die "intellektuelle Schnapsdrossel Heidi", spielte Gabriele Rothmann humorvoll und manchmal auch bissig den stotternden Cousin Bernie, der das erste Opfer der neu erlernten "Männerfresssucht" wurde.
Kerstin Unterstein, Oberlausitzer Kurier


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