Träume werden Wirklichkeit - Ein Disneydrama

von Christian Lollike

Deutsch von Gabriele Haefs

Was hat Disney nur aus unserer Fantasie gemacht? Lebensechte Geschichten werden seit Generationen weichgespült und heraus kommen: kleine, harmlose Geschichtchen ohne Gewalt, ohne Sex, ohne Lust.

Zwei depressive Personen, A und B, eine Frau und ein Mann, möchten ausbrechen aus ihrem Leben. Ihnen fehlt etwas ganz Unbeschreibliches - ein Leben, ein Schicksal, ein
ICH. Sie spüren, dass sie etwas ändern müssen, um glücklich zu werden. Mit Entsetzen stellen sie fest, dass sie sich keine andere Welt mehr vorstellen können als die, die ihnen von Disney suggeriert wurde. Sie fassen einen Entschluss: „Wir schaffen uns unser eigenes „Disneydrama, where all our dreams come true. “
Zwischen rosarot-kitschigen Disneyplastikwelten und kastrierten Märchenfiguren spürt Christian Lollike mit Ironie und Komik die handfesten, echten Ängste und Sehnsüchte der Menschen auf. Märchen hören da auf, wo die täglichen Sorgen beginnen: Schneewittchen hat ihren Prinzen gefunden: Doch leben sie wirklich glücklich bis an ihr Lebensende? Wie kann man in Zeiten der Krise noch seine Kinder, Hänsel und Gretel, versorgen? Wie findet Dagobert Duck Liebe, wenn er nur an Kosten-Nutzen-Analysen denken kann?

Eine psychologische Studie über die Auswirkungen unserer infantilisierenden, medialen Umwelt auf unsere Ich-Entwicklung. Skurril, humorvoll - mit der Behauptung, dass es eine Alternative zu unseren derzeitigen kapitalistischen Herrschaftsverhältnissen gibt.

Inszenierung

Regie: Olaf Hais
Premiere: 21.02.2016
Bühne: Burgtheater
Ausstattung: Katharina Lorenz
Choreographie: Frank Schilcher

Termine

Presse:

Olaf Hais, eigentlich als Schauspieler am Haus, stellte schon mehrfach seine Regieambitionen unter Beweis, sein Bautzener "Tschick" wanderte jüngst des Zuspruchs wegen sogar vom Burgtheater ins große Haus.Anders als in Dresden unterstellt er hier keine vorherige Paarkonstellation und setzt nicht so sehr auf Tempo wie Athletik.
Andreas Herrmann, „Dresdner Neueste Nachrichten“

Musik. Einstudierung:

Tasso Schille
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