Der Drache
In scheinbarer Naivität schrieb Jewgeni Schwarz 1943 seine Geschichte vom tyrannischen Drachen und den opportunistischen Untertanen als märchenhafte Parabel. In Wirklichkeit entstand ein hochbrisantes, zeitkritisches Stück, das zur Entstehungszeit die deutsche Nazi-Diktatur anprangerte. Doch getroffen fühlten sich später auch die osteuropäischen Regimes.
Und heute? Heute ist die Diagnose dieses Stückes fast noch beängstigender geworden. Denn Schwarz führt in seiner Theaterparabel den Beweis, dass nur eines schlimmer ist als Tyrannei und Willkürherrschaft: nämlich die Verinnerlichung der Mechanismen und Werte eines solchen Herrschaftssystems.
„Der Drache“ von heute hat viele Köpfe und leben wir nicht trotzdem träge weiter, als ob das alles normal wäre und man ja sowieso nichts tun kann… Was würden wir einem Ritter Lanzelot antworten, der uns auffordern würde, die Komfortzone zu verlassen und unser Leben zu ändern?
inscenacija
Regie: Stefan Wolfram
Ausstattung: Juan Leon
Choreographie: Gundula Peuthert
Dramaturgie: Eveline Günther
Premiere: 13. März 2026, großes Haus
termin
30.12.2026 um 19:30 hodź. großes Haus, Hauptbühne Karten bestellen
róle
Der Drache: Marian BulangLanzelot: Sönke Schnitzer
Charlesmagne, Archivar: Erik Dolata
Elsa, seine Tochter: Leonie Mann
Bürgermeister: Alexander Höchst
Heinrich, sein Sohn: Janik Marder
Mariechen, der Kater: Paul Hölters
Schmied / Bürger 1: Alexander Diosegi
Freundin 2 / Hutmacher / Bürger 4: Julia Klingner
Freundin 1 / Instrumentenbauer / Bürger 3: Julia Leinweber
Bürger 2 / Teppichhändler: Torsten Schlosser
Presse:
Stefan Wolfram inszeniert Jewgeni Schwarz‘ subtile Märchenfarce „Der Drache“ als fulminanten Zweikampf...
Ritter Lanzelot (Sönke Schnitzer) .... wird gar ein kurzer wie witziger Ausfluch ins normale Spießerleben des Bürgertums gegönnt, um dann doch als Held pflichtbewusst zum vermeintlich tödlichen Zweikampf anzutreten und dort den grandiosen Marian Bulang als Dreifach-Drache Drakon (wie einst Rolf Ludwig versus Eberhard „Lanzelot“ Esche bei Benno Bessons legendärer Berliner DDR-Erstversion von 1965, die am Deutschen Theater bis 1981 in Summe 580mal lief), schon vor der Pause in einer grandiosen und langen Luftkampfszene, kommentiert vom gespaltenen Fußvolk (Choreographie: Gundula Peuthert) besiegt. Dieses Duell prägt den Abend nachhallend, wobei sich Leonie Mann als Elsa nach und nach emanzipieren darf, bevor es knallkurz vor ihrer Hochzeit mit dem Oberaufschneider als neuem Chef zum echten Showdown kommt …
Andreas Herrmann, Dresdner Neueste Nachrichten
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