Extrawurst

Dramödie von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob
Deutschsprachige Erstaufführung
2 h 10 min, inkl. Pause
Eigentlich ist es nur eine Formsache: Die Mitgliederversammlung eines Tennisclubs in der deutschen Provinz soll über die Anschaffung eines neuen Grills für die Vereinsfeiern abstimmen. Normalerweise kein Problem - gäbe es nicht den Vorschlag, auch einen eigenen Grill für das einzige kurdische Mitglied des Clubs zu finanzieren. Denn gläubige Muslime dürfen ihre Grillwürste bekanntlich nicht auf einen Rost mit Schweinefleisch legen. Eine gut gemeinte Idee, die aber immense Diskussionen auslöst und den Verein vor eine Zerreißprobe stellt. Wie viele Rechte muss eine Mehrheit einer Minderheit einräumen? Muss man Religionen tolerieren, auch wenn man sie ablehnt? Gibt es auch am Grill eine deutsche Leitkultur? Und sind eigentlich auch Vegetarier eine Glaubensgemeinschaft? Immer tiefer schraubt sich der kleine Konflikt um den Grill in die Beziehungen der Mitglieder. Ebenso respektlos wie komisch stoßen Atheisten und Gläubige, Deutsche und Türken, „Gutmenschen“ und Hardliner frontal aufeinander. Und allen wird klar: Es geht um mehr als eine Extrawurst. Es geht darum, wie wir zusammenleben. Zumal die Grenzen zwischen „rechts und links“, „tolerant und intolerant“, „religiös und ungläubig“ viel fließender sind als man denkt.
Die Zuschauer sind als Vereinsmitglieder direkter Teil des Geschehens und erleben mit, wie sich eine Gesellschaft komplett zerlegen kann. Und das in einer flotten, spannenden, pointenreichen und urkomischen Vereinsversammlung.

EXTRAWURST von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob ist auch als eBook erschienen. Über die Website www.textbuehne.eu können Sie das Theaterstück in diversen Online-Shops bestellen.

Inszenierung

Regie:
Ausstattung:
Dramaturgie:
Premiere: 1. November 2019, großes Haus

Termine

29.11.2019 um 19:30 Uhr großes Haus, Hauptbühne Karten bestellen
07.12.2019 um 19:30 Uhr großes Haus, Hauptbühne Karten bestellen
13.12.2019 um 19:30 Uhr großes Haus, Hauptbühne Karten bestellen
26.12.2019 um 19:30 Uhr großes Haus, Hauptbühne Karten bestellen
31.12.2019 um 15:00 Uhr großes Haus, Hauptbühne Karten bestellen
31.12.2019 um 19:30 Uhr großes Haus, Hauptbühne Karten bestellen
05.01.2020 um 19:30 Uhr großes Haus, Hauptbühne Karten bestellen
10.01.2020 um 19:30 Uhr großes Haus, Hauptbühne Karten bestellen
22.02.2020 um 19:30 Uhr großes Haus, Hauptbühne Karten bestellen
07.03.2020 um 19:30 Uhr großes Haus, Hauptbühne
17.04.2020 um 19:30 Uhr großes Haus, Hauptbühne

Rollen

Melanie Pfaff:
Dr. Heribert Bräsemann:
Torsten Pfaff:
Azad Oturan:
Matthias Scholz:
Presse:

Versammlung im Bautzener „Tennisclub Boris Becker“. Letzter Punkt der Tagesordnung: Ein größerer Grill soll angeschafft werden. Der wiedergewählte Vorsitzende Heribert möchte den Punkt schnell abhaken, das Buffet eröffnen. Klare Sache, der Grill wird gekauft. Sein eifriger Stellvertreter Matthias unterbricht ihn. Er hat eine Video-Präsentation des neuen Grills vorbereitet. Nach ihm meldet sich schüchtern Tennis-Ass Melanie. Wäre es nicht eine nette Geste, fragt sie, „für unsere muslimischen Mitglieder einen zweiten Grill“ zu besorgen. Es gibt nur ein Mitglied: Azad, ihren Partner im gemischten Doppel. Ihr Vorschlag löst einen Streit aus, bei dem kein privates und politisches Fettnäpfchen ausgelassen wird. Am Freitag erlebte im Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen die Dramödie „Extrawurst“ eine bejubelte Premiere. ... Die klug regionalisierte Theaterfassung des Stücks setzt Regisseur Lutz Hillmann ideenreich in Szene. Das Parkett bleibt die gesamte Zeit beleuchtet. Die Zuschauer werden als Mitglieder des Clubs in die Handlung einbezogen. Sie stimmen zuletzt über einen zweiten Grill ab. Ausstatter Miroslaw Nowotny verwandelt die Bühne in ein Clubhaus mit Vereinswappen, Foto von Boris Becker, Vitrine mit Pokalen. Im Hintergrund hört man Tennisbälle gegen die Wand prallen. Vereinsvorsitzender Heribert versucht am Schluss, mit einem Witz die verfahrene Kiste zu retten. Doch von Einigkeit keine Spur, der Club ist gespalten wie das Land.

Rainer Kasselt, Sächsische Zeitung


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