Feindliche Übernahme

Komödie von Thomas Steinke
75 min, keine Pause
Alles ist prima. Alles läuft nach Plan.
Aber sie haben den Falschen entführt. Also müssen die arbeitslose Krankenschwester Uschi Kowalke, ihr ebenfalls arbeitsloser Mann Harry Kowalke und ihr Bruder Leo Zippel den verschleppten Konzernchef so schnell wie möglich wieder loswerden. Doch den wollen weder seine Frau noch seine Kollegen zurück. Im Gegenteil: man bietet den Entführern drei Millionen, wenn sie ihn beiseite schaffen.
Der entführte Ludwig Strompp ist Großunternehmer, ein Rationalisierer und Fusionierer großen Stils und steckt sie alle an. Er ist der Prototyp des kalten, berechnenden Gewinners, gezwungen in die Welt einfacher Leute. Uschi, Harry und Leo stehen nicht nur gesellschaftlich auf der anderen Seite. Sie sind arbeitslos, und zwar durch Strompps Management. Dieser soll nun kurzerhand Harrys Arbeitsplatz und 6000 andere Stellen wiederbeschaffen. Die Ausgangssituation ist skurril, die Pointen treffsicher.

Thomas Steinke erzählt die Geschichte einer Entführung, in der so ziemlich alles schief geht, außer: es gibt noch Menschen, die für Geld nicht alles tun. Eine handfeste Komödie voller Slapstick in Zeiten des Strukturwandels.

Inszenierung

Regie: Odette Bereska
Ausstattung:
Dramaturgie:
Premiere: 25. November 2022, großes Haus

Termine

23.02.2023 um 19:30 Uhr großes Haus, Hauptbühne Karten bestellen
25.02.2023 um 19:30 Uhr großes Haus, Hauptbühne Karten bestellen
02.04.2023 um 19:30 Uhr großes Haus, Hauptbühne Karten bestellen
05.05.2023 um 19:30 Uhr großes Haus, Hauptbühne Karten bestellen
20.05.2023 um 19:30 Uhr großes Haus, Hauptbühne Karten bestellen

Rollen

Ludwig Strompp:
Uschi Kowalke:
Harry Kowalke:
Leo Zippel:
Presse:

"Das Publikum im voll besetzten Haus lacht und klatscht, amüsiert sich. Vielleicht, weil Erinnerungen hochsteigen, gute wie schlechte. In der Komödie geht es Schlag auf Schlag. ... Wirbelwind Uschi in Minirock und mit pinkfarbenen Strähnchen im blonden Haar hat Bärchen, wie sie Harry zärtlich nennt, fest im Griff. ... Anna-Maria Brankatschk spielt die selbstbewusste Figur großartig, mit sichtlichem Spaß.
Harry, von Istvan Kobjela als schlichtes Gemüt mit Wollmütze, langen Haaren und Turnschuhen gespielt, blickt zu ihr auf, wiederholt echoartig ihre Sätze. ... Autor Steinke und die Berliner Regisseurin Odette Bereska geben der Komödie, was sie zum Renner macht: jähe Wendungen, Wortwitz, griffige Dialoge, Tempo, Spannung, regionale Bezüge. ... Strompp, von Jan Mickan in Anzug und Krawatte eher kumpelhaft als konzernhart gespielt, coacht sein neues Team in Sachen Marktwirtschaft. ... Uschis Bruder Leo geht der Kurzkurs auf den Keks. Leo, pfiffig von Mirko Brankatschk interpretiert.
Rainer Kasselt, Sächsische Zeitung

Mit Menschlichkeit und Humor entschärfen Täter:innen und Oper die Situation und gelangen zu einer absurden Katharsis. In Bautzen gab's dafür eine Menge Szenenapplaus.
... Das Paar, zu dem sich Uschis Bruder Leo gesellt, mag eher als schlicht gelten, verfügt aber über Schlagfertigkeit und vor allem über eine proletarische Natürlichkeit. Sie sehen sich selbst als die "armen, aber guten Menschen". Voran Anna-Maria Brankatschk als dralle Uschi, handfest, liebenswürdig energisch, eine Nudel, die ihr "Bärchen" Harry fest im Griff hat. Sie trägt das von eifrigem Szenenapplaus begleitete Stück wesentlich. ... Die ebenso unvermeidlichen Slapsticks wirken aber nicht aufgesetzt, die oberhalb des Boulevards angesiedelte Komödie nicht penetrant. Das dankbare Bautzener Publikum spürt wohl auch viel zu sehr die Spiellaune der vertrauten Ensemble-Stammspieler.
Michael Bartsch, nachtkritik

 


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