Internationaler Theaterverband mit Sitz in Bautzen gegründet: „Polyphony“ gibt indigenen und Minderheitensprachen eine Bühne

Am 6. Februar 2026 wurde in Bautzen der internationale Verein „Polyphony - International Association of Theatre and Performing Arts in and for Indigenous, Regional and Minoritized Languages“ gegründet.Er schließt eine bedeutende Lücke in der europäischen Kulturlandschaft: Erstmals organisiert sich die Theaterarbeit für indigene, regionale und Minderheitensprachen in einem eigenen weltweiten Netzwerk.

Der Verein ist das Ergebnis des mehrjährigen Projekts „phōnē – Minderheitensprachen eine Stimme geben“, in dem sich von 2022 bis 2025 acht Minderheitentheater aus ganz Europa vernetzt haben. Aus dieser erfolgreichen Kooperation entstand nun eine stabile Dachorganisation mit Sitz in Bautzen. Zu den Gründungsmitgliedern gehört Lutz Hillmann, Intendant des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters Bautzen. Nach der notwendigen Zustimmung durch den Betriebsausschuss des Landkreises kann auch das Deutsch-Sorbische Volkstheater offizielles Mitglied werden.

Das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen vertritt im neuen Verein sowohl die obersorbische als auch die niedersorbische Sprache.

Ziel: Sichtbarkeit, Vernetzung und Stärkung
Der Auftrag von „Polyphony“ ist klar formuliert: Der Verein will durch die Kraft von Theater und Darstellender Kunst die Nutzung, Verbreitung und Stärkung indigener, regionaler und minorisierter Sprachen weltweit fördern. In Europa existieren neben 36 Amtssprachen mindestens 69 anerkannte (staatenlose) Minderheitensprachen – eine immense kulturelle Vielfalt, deren sprachlicher Ausdruck oft bedroht ist. „Polyphony“ will einen aktiven Beitrag zur Vitalisierung dieser Sprachen leisten. Der Verein dient als Plattform für Vernetzung, organisiert gemeinsame Theaterprojekte zwischen den Mitgliedshäusern und setzt sich für den gegenseitigen Austausch von Wissen und künstlerischen Praktiken ein. „Wir geben diesen Sprachen eine Bühne“, so Lutz Hillmann. „Wir bewahren ihre Geschichten und Erzählungen und schaffen eine breite, sichtbare Plattform für ihre künstlerische Kraft.“ Mit der Gründung dieses einzigartigen Verbands in Bautzen wird die Oberlausitz erneut als zentraler Knotenpunkt für die Kultur nationaler Minderheiten gestärkt und erhält eine internationale Ausstrahlung.

Kurzinfo:

  • Name: Polyphony - International Association of Theatre and Performing Arts in and for Indigenous, Regional and Minoritized Languages
  • Gründungsdatum: 6. Februar 2026
  • Sitz: Bautzen
  • Herkunft: Entstanden aus dem EU-geförderten Projekt „phōnē – Minderheitensprachen eine Stimme geben“ (2022-2025)
  • Ziel: Europaweite Förderung, Vernetzung und Sichtbarmachung von Theater in und für indigene, regionale und Minderheitensprachen.
  • Gründungsmitglieder:

Vorsitzender: Lutz Hillmann, Intendant Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen
Stellvertreter: Thomas Cloarec, Compagnie Teatr Piba, Brest, Frankreich
Schatzmeisterin: Elisa Braun, Hamburg
Valentijn Fit, Business Direktor Tryater, Ljouwert, Niederlande
Inger Birkelund, Kvääniteatterie, Storslett, Norwegen
Fran Núñez, Director Centro Dramático Galego, Santiago de Compostela, Spanien
Dirk Neldner, Theaterwissenschaftler Berlin, entwickelt Theater-Kooperationsprojekte im Rahmen der EU-Kulturförderprogramme