Der Reichsbürger

von Annalena und Konstantin Küspert
Alternative Fakten, Fake News, Lügen, Verschwörungstheorien, Paralleluniversen, Manipulation und Propaganda haben in der Politik und in den Medien Konjunktur.
Warum aber fangen Menschen an, die politische und historische Realität vollkommen zu verdrehen, die Wirklichkeit zu leugnen und sich in Paralleluniversen zurückzuziehen? Sind das alles harmlose Wirrköpfe, die ihr Haus und Grundstück zum unabhängigen Territorium und sich zum Herrscher darüber erklären? Oder vielleicht Utopisten, die Unabhängigkeitsphantasien einfach nur radikal ausleben? Unter dem Begriff "Reichsbürger" finden sich Verschwörungstheoretiker, Rechtsextreme, Holocaust-Leugner und Querulanten. Sie alle lehnen das Grundgesetz ab. Sie glauben, dass Deutschland eine GmbH sei, treiben Behörden in den Wahnsinn, wählen aus ihren Reihen schon mal einen „Reichskanzler“ und tragen dabei Uniformen, die aussehen wie aus der Operette: Bis zu 15.000 solcher „Reichsbürger“ sollen laut Bundesverfassungsschutz, der sie beobachtet, in Deutschland aktiv sein.
Das Stück DER REICHSBÜRGER nähert sich diesem irritierenden gesellschaftlichen Phänomen. Konstantin und Annalena Küspert sind ein sehr engagiertes und erfolgreiches Autorenduo des modernen politischen Theaters. Gründliche Recherchen sind die Basis all ihrer bisherigen Theatertexte. So auch beim Monolog des titelgebenden Reichsbürgers Wilhelm S. Im Gespräch mit Deutschlandfunk Kultur erklärte Konstantin Küspert, dass die „Reichsbürger“ in seinen Augen längst nicht mehr als reines Satirematerial taugen: „Das ist ja keine homogene Gruppe, diese ‚Reichsbürger‘. Das ist eigentlich ein generalisierter Begriff, der ganz viele verschiedene Formen von im weiteren Sinne Selbstverwaltern umschließt. Da sind welche dabei (…) wie zum Beispiel der ‚Reichskanzler‘ Schittke, der diese Operettenuniform trägt. Dann gibt’s Leute, die glauben, dass die Bundesrepublik Deutschland nicht existiert (…). Und dann gibt’s Leute, die eigentlich nur keine Steuern zahlen und auf Polizisten schießen wollen.(…)Es ist sehr weit verbreitet, dass man den Staat als Gegner annimmt. Dass man versucht, zu bescheißen wo’s geht (…), aber vergisst, dass der Staat ja keine böse Körperschaft (oder ein) hydrahafter Verschlinger von Geld ist, sondern der Staat sind wir alle. Diese Vorstellung – Gemeinwohl, Gesellschaftsvertrag – das müssen wir wieder stärker in unseren Fokus setzen.“ Weil die Szene auch in der hiesigen Region aktiv ist, stellt sich das Deutsch-Sorbische Volkstheater diesem brisanten Thema und lädt am 3.April 2021, 19.30 Uhr zur Premiere „Der Reichsbürger“ ins Burgtheater Bautzen ein. Regie führt der Bautzener Schauspielchef Stefan Wolfram (Ausstattung: Katharina Lorenz, Dramaturgie: Eveline Günther). Den Titelhelden spielt Marian Bulang.

Inszenierung

Regie:
Ausstattung:
Dramaturgie:
Premiere: Burgtheater, großer Saal

Termine

01.05.2021 um 19:30 Uhr großes Haus, Hauptbühne
08.05.2021 um 19:30 Uhr Burgtheater, großer Saal

Rollen

Der Reichsbürger:

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