Selfies einer Utopie

eine Theaterserie von Nicola Bremer in fünf Folgen
1 h 20 min, keine Pause
Die Spielregeln dieser Theaterserie sind im Grunde ganz einfach. Nicola Bremer schreibt für jede Folge einen neuen Text, drei SchauspielerInnen sprechen diesen Text - den sie davor nicht einmal gelesen haben - und müssen dabei immer wieder spontan Regie-Anweisungen umsetzen, die auf in die Höhe gehaltenen Schildern stehen. Keine Folge baut auf der anderen auf, ein Einstieg ist jederzeit möglich.
Am Staatsschauspiel Dresden, wo „Selfies einer Utopie“ 2016 entstand, gewann die Serie schnell Kultstatus. Gerade aus Einschränkungen, wie zum Beispiel knappen zeitlichen Ressourcen, entwickelten Autor und Regisseur Nicola Bremer mit Bühnen- und Kostümbildner Jakob Ripp die Besonderheiten ihres Formats. „Selfies einer Utopie“ kratzt an den Krusten des Theaters - das ja bekanntlich die Welt bedeutet. Klingt revolutionär, ist aber vor allem lustig, denn Verbissenheit ist mega-out. Und so entwirft der junge Autor und Regisseur ein streng reglementiertes Anarcho-Entertainment, das die SchauspielerInnen von Rollen und Proben befreit und zugleich ordentlich knechtet.
Die schräge Comedy ist kein Selbstzweck: Ihre Botschaft kommt absurd verpackt daher in Gestalt des italienischen Pop-Stars Eros Ramazzotti. Um dessen fiktiven Auftritt in Bautzen kreisen die mit Anspielungen auf das aktuelle Weltgeschehen gespickten Texte, die dazu aufrufen, den Status Quo zu hinterfragen und den Ausbruch aus alten Denkmustern und Konventionen zu wagen. So verwandelt sich die Bühne in einen anarchischen Versuchsraum, in dem man sich ohne Konsequenzen der grenzlosen Fiktion einer idealen Welt der Zukunft hingeben kann.
2018 wurde Nicola Bremer für Selfies einer Utopie von "Theater Heute" als bester Nachwuchskünstler nominiert. Also vergessen Sie Netflix und kommen Sie ins Theater Bautzen!

jeweils 19.30 Uhr im Burgtheater:
1/5 10. Januar 2020 Eros Ramazotti verliert die Curling-WM
Mit Gabriele Rothmann, Lutz Hillmann, Stephan Siegfried
(Wh. 25.Januar 2020 mit Katja Reimann, Christoph Schlemmer, Alexander Höchst)

2/5 31. Januar 2020 Eros Ramazotti ist kein Rassist, aber…
Mit Marian Bulang, Maja Adler, Ralph Hensel
(Wh. 7. Februar 2020 Mit Erik Dolata, Maja Adler, Christoph Schlemmer)

3/5 6. März 2020 Eros Ramazotti wird Influencer
Mit Marian Bulang, Petra Maria Wenzel, Jurij Schiemann,
(Wh. 20. März 2020 Mit Richard Koppermann, Maja Adler, Marian Bulang)

4/5 3. April 2020 Eros Ramazotti findet den Heiligen Gral
Mit Mirko Brankatschk, Fiona Piekarek-Jung, Thomas Ziesch
(Wh. 2. Mai 2020 Mit Petra Maria Wenzel, Torsten Schlosser, Thomas Ziesch)

5/5 22. Mai 2020 Eros Ramazotti füllt sein Sparschwein mit Bitcoins
Mit Jan Mickan, Fiona Piekarek-Jung, István Kobjela
(Wh. 29. Mai 2020 mit Anna Maria Brankatschk, Mirko Brankatschk, Jan Mickan)

Großes Staffelfinale am 7. Juni 2020: alle fünf Folgen an einem Abend

Jede Karte kostet 7,00 Euro.
Wer gleichzeitig Karten für mindestens 4 Vorstellungen kauft - bezahlt nur 5,00 Euro pro Karte.

SELFIES EINER UTOPIE auf Instagram: @selfieseinerutopie

Inszenierung

Text und Regie: Nicola Bremer
Bühne: Jakob Ripp
Kostüme: Jakob Ripp
Premiere: 10. Januar 2020, Burgtheater

Termine

31.01.2020 um 19:30 Uhr Burgtheater, großer Saal Karten bestellen
07.02.2020 um 19:30 Uhr Burgtheater, großer Saal Karten bestellen
06.03.2020 um 19:30 Uhr Burgtheater, großer Saal Karten bestellen
20.03.2020 um 19:30 Uhr Burgtheater, großer Saal Karten bestellen
03.04.2020 um 19:30 Uhr Burgtheater, großer Saal Karten bestellen
02.05.2020 um 19:30 Uhr Burgtheater, großer Saal Karten bestellen
22.05.2020 um 19:30 Uhr Burgtheater, großer Saal Karten bestellen
29.05.2020 um 19:30 Uhr Burgtheater, großer Saal Karten bestellen
07.06.2020 um 17:00 Uhr Burgtheater, großer Saal Karten bestellen

Rollen




Presse:

Delikat anzusehen war, wie die Protagonisten am Freitagabend die Bühne enterten, angetan in schräg-fantasievollen Kostümen, begleitet zu den Klängen von Ramazottis Schlagerschnulzen. Zwerchfellerschütternde Szenen bot diese 75-minütige Inszenierung. ... Die Akteure gaben sich voller Inbrunst diesem Anarcho-Theater hin. ... Das Format ist einfach und raffiniert zugleich. Einfach, weil die Schauspieler hemmungslos performen können. Raffiniert, weil der Autor und Regisseur Nicola Bremer eine Form von Improvisationstheater kreiert, welches die Schauspieler zwar von Rollen und Proben befreit, diese aber mit Vorgaben während einer Vorstellung, nun ja, sagen wir mal es so, ein wenig knechtet. Lutz Hillmann, Stephan Siegfried und Gabriele Rothmann zuzusehen, wie sie ihre mit Anspielungen auf das aktuelle Weltgeschehen (Trump, Meghxit oder Flüchtlingspolitik) versehenen Texte flirtend, fluchend, betend, cholerisch oder singend wiedergeben, ist einfach köstlich. Die Belohnung für diese furios-unterhaltsame Improtheater-Vorstellung war minutenlanger Beifall des begeisterten Publikums.
Rainer Könen, Sächsische Zeitung


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