Kasper Petruschka

Eine russische Geschichte
50 min, keine Pause
Kaspertheater mit Musik ab 4 J.
In Russland lebte einmal ein wirklich ungezogener Junge. Er hörte nie darauf, was seine Eltern sagten, quengelte und drängelte die gute alte Babuschka, zog seine Schwester Maruschka an den Zöpfen und war eine echte Plage. Das sprach sich herum bis zum Zaren und der entschied, Petruschka solle immer eine rote Zipfelmütze tragen und in einem kleinen Holzhäuschen wohnen. So geschah es. Weil Petruschka aber nicht nur frech, sondern auch schlau und lustig war, nahm er das kleine Häuschen, zog in die Welt, und dort wo die Leute auf den Markt gingen, stellte er die Bude ab und machte für alle Faxen. Die Kinder liebten ihn. 'Seht nur, da kommt der Kasper Petruschka', riefen sie. Petruschka wurde berühmt und lebt noch heute, oder zumindest der kleine holzgeschnitzte Kerl, der ihm ähnlich sieht. Da sieht man, dass aus Kindern, die anfangs etwas schwierig sind, auch Großes werden kann, wenn sie aus ihrem Leben etwas machen. Ein Stück über die Schwierigkeit sich anzupassen und über die Entstehung des bis heute bekannten und beliebten russischen Kaspers...

Inszenierung

Regie: Volkmar Funke
Ausstattung: Udo Schneeweiß
Kostüme:
Premiere: 26. März 2017, Burgtheater, kleiner Saal

Termine

12.04.2020 um 16:00 Uhr Burgtheater, kleiner Saal Karten bestellen

Rollen

Anna Petrowna:
Iwan Iwanowitsch:
Petruschka als Wickelkind:
Petruschka als kleiner Junge:
Petruschka als großer Junge:
Wolf:
Hexe Babajaga:
Olga die Zarentochter:
Zar Zarowitsch:
Presse:

Angelehnt an westliche Vorbilder wie den italienischen Pulcinella, den englischen Mr. Punch oder den deutschen Kasper hat Regisseur Volkmar Funke mit Kasper Petruschka eine Figur wiederbelebt, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zu den anarchischsten des Puppentheaters gehörte. Der derben Späße wegen und auch, weil Petruschka die Obrigkeit mächtig auf die Schippe nahm. Vor allem das einfache Volk im alten Russland hatte immer einen Heidenspaß an dieser Puppentheaterfigur. Den hat man zweifelsohne auch bei dieser Aufführung, bei der die Bautzener Puppenspieler das Spiel mit ihrem Handwerkszeug, den Handpuppen, geradezu akrobatisch zelebrieren, verbunden mit mächtig-gewaltigem Einsatz von Stimme und Körper. Funkes Inszenierung ist eine, die sich von den Kasperletheater-Klischees absetzt. Hier wird nicht moralisiert, am Beispiel des russischen Kaspers wird vorgeführt, dass man sich im Leben auch mit Beharrlichkeit, Chuzpe und einer guten Portion Schlagfertigkeit durchsetzen kann. Ob dies der Grund dafür war, dass sich bei der Premiere besonders viele Erwachsene für diese an Kinder ab vier Jahren gerichtete Puppenspiel-Inszenierung interessierten? Das Publikum war jedenfalls schier begeistert von Petruschka und Co. Und wer am Sonntag nicht dabei sein konnte, kann sich trösten. Denn wie sagt der Wolf zu Petruschka: „Man sieht sich“. Spätestens bei einer der nächsten Aufführungen.
Rainer Könen, Sächsische Zeitung


« zurück