Arche Nora

Objekttheater nach einer Idee von Stephan Siegfried
45 min, keine Pause
Puppentheater ab 4 J.
„Wenn dein Zimmer nicht in 30 Minuten piccobello aufgeräumt ist, fliegt der ganze Müll raus!“
Wer von uns hat das nicht schon selbst einmal gehört. Auch Noras Mutter schimpft heute so. Dabei ist das, was auf dem Boden des Zimmers verstreut liegt, gar kein Müll: All die Küchengeräte, das Spielzeug, die Bücher, die Klamotten, und - ja okay - vielleicht doch auch ein kleines bisschen Müll, all das sind in Noras Fantasietiere, mit denen sie gerne spielt, ja die sie gar zum Leben erweckt. Da erinnert sich Nora an eine Geschichte aus der Bibel, in der Noah auf seiner Arche Tiere vor der großen Flut rettet. Schafft es auch Nora, ihre Tiere rechtzeitig vor dem Wegwerfen in Sicherheit zu bringen?
Ein Stück, in dem mit verschiedensten Gegenständen und Materialien poetische Bilder und magische Tierwelten erschaffen werden, eingebettet in die bekannte Geschichte der Arche Noah.

Inszenierung

Text und Regie:
Ausstattung: Beatrice Baumann
Bühne:
Dramaturgie:
Premiere: 6. Juni 2020, Burgtheater

Termine

18.10.2020 um 16:00 Uhr Burgtheater, großer Saal Karten bestellen
19.10.2020 um 09:30 Uhr Burgtheater, großer Saal
09.11.2020 um 10:00 Uhr Bischofswerda Rathaussaal
10.11.2020 um 09:30 Uhr Bischofswerda Rathaussaal
11.11.2020 um 09:30 Uhr Bischofswerda Rathaussaal
12.11.2020 um 09:30 Uhr Bischofswerda Rathaussaal
23.11.2020 um 10:00 Uhr Weißwasser Telux
24.11.2020 um 09:00 Uhr Weißwasser Telux
24.11.2020 um 10:15 Uhr Weißwasser Telux
25.11.2020 um 09:00 Uhr Weißwasser Telux
26.11.2020 um 09:30 Uhr Weißwasser Telux
30.11.2020 um 10:00 Uhr Weißwasser Telux

Rollen

Spiel:
Spiel:
Presse:

... (es) wartet pädagogisch wertvolles Objekttheater für Kinder samt Familien durchaus ab vier Jahren. Und eine Umkehrung des postdramatischen Duktus‘, systematisch die Bühne zu verwüsten, um zum Schluss im Chaos zu kapitulieren und die Pointe zu vergessen.Und eine Umkehrung des postdramatischen Duktus‘, systematisch die Bühne zu verwüsten, um zum Schluss im Chaos zu kapitulieren und die Pointe zu vergessen. Denn: hier wird (mehr oder minder stringent) aufgeräumt. Ein leeres blaues Regal, ein großer blauer Tisch, in der Mitte geteilt durch einen manns- resp. frauhohen Spuckschutz aus Plexiglas. Auf diesem: pures Chaos, so als ob alle Schränke der Wohnung – inklusive Küche, Spiel- und Schlafzimmer und vor allem Bastelkisten – ausgeschüttet sind.

Die energische Mutter, gespielt von Annekatrin Weber (symbolisiert via Taucherbrille, Handtasche und blonder Perücke) in der ihr eigenen Autorität, ist ob des Anblicks nicht erfreut und erklärt der Tochter Nora (kopfstehender  Wasserkocher und rosa Perücke), verträumt bis trotzig von Eva Vinke gespielt, dass in genau (!) einer halben Stunde alles aufgeräumt sein muss, der Rest wandere danach unverzüglich in die Mülltüte. Das typische Spieldilemma von phantasievollen Kindern, die natürlich jedes kreative Chaos für beherrschbar halten, wird poetisch nacherzählt – und funktioniert in der schlichten Spielidee vor allem durch die Fundusfundstückauswahl von Beatrice Baumann, die dann, so Siegfrieds Gedanke, als Tiere zur Rettung in die Regalarche müssen – hier frei von genetischen oder gar geschlechtlichen Zwängen, sondern rein aus ästhetischen oder Daseinsgründen.

... Bautzens „Arche Nora“ wird so zum Symbol für ein arg vermisstes Lebenszeichen ...

Andreas Herrmann, www.fidena.de


« zurück