Widerstand

Schauspiel von Lukas Rietzschel
Gegenwart. Land. „Neue Bundesländer“. Sachsen. Ostsachsen. — Viele sind weg, viele sind aber auch noch da.
Manche kommen zurück. Zum Beispiel Isabell. Um mal zu schauen, wie es den Eltern geht. Denn die sind noch da.
Die Arbeit? Ist auch schon weg. Zumindest die gewohnte Arbeit. Neue Arbeit ist eigentlich genug da. Paketdienst geht immer. Die Frage ist, ob die alten Beziehungen und Freundschaften noch da sind. Zwischen Isabell und ihren Eltern, ihrem Schulkameraden, zwischen Isabell und der neuen Freundin des Vaters. Man begegnet sich auf der Straße, man grillt, abends sitzt man in der Garage zusammen beim Bier. Aber in dem, was geredet wird, verbirgt sich viel an Ungesagtem. Manches wird auch gar nicht erst gesagt, sondern gleich verschwiegen.
Sprachlosigkeit wird greifbar und Verständnislosigkeit. Zwischen den Generationen und innerhalb der Generationen. Sehnsucht wird greifbar, Unsicherheit. Begründet liegt die Unsicherheit in den Figuren selbst nicht so sehr in den Umständen (den realen und den gefühlten). Auch wenn das den Figuren lieber wäre. Umso mehr stellen sich manche die Frage, ob die früheren Zeiten nicht doch bessere waren und wie man auf die neuen Zeiten reagieren sollte. Will man sich wieder alles gefallen lassen? Denn Widerstand, den hat man doch jetzt gelernt, heißt es in der Garage: „Da gibt es tausend Möglichkeiten. Heute sowieso.“

Der in Görlitz lebende Autor Lukas Rietzschel (geb. 1994) entwirft in großer Genauigkeit die Atmosphäre einer Gegenwart. Sein Text schaut sehr genau hin und hört seinen Figuren sehr genau zu: Dem, was sie sagen, und dem, was in der Stille dazwischen liegt. Dem, was geschieht und dem, was daraus geschehen könnte. Einfache Antworten sucht der Text nicht, er verwirft sie, sogar die Figuren verwerfen sie. Stattdessen gibt „Widerstand“ in konzentrierten Dialogen und in scharfer Beobachtung das Bild einer Gesellschaft, deren Substanz Risse hat, die größer werden. Und die mit Argumenten nur noch schwer zu kitten sind (Text: Torsten Buß, Schauspiel Leipzig).
Die UA fand 2020 am Schauspiel Leipzig in digitaler Form als Theaterfilm statt.

Inszenierung

Regie: Jan Jochymski
Ausstattung:
Dramaturgie:
Premiere: 3. März 2023, großes Haus

Termine

03.03.2023 um 19:30 Uhr großes Haus, Hauptbühne Karten bestellen
09.03.2023 um 19:30 Uhr großes Haus, Hauptbühne Karten bestellen
26.03.2023 um 15:00 Uhr großes Haus, Hauptbühne Karten bestellen
14.04.2023 um 19:30 Uhr großes Haus, Hauptbühne
03.06.2023 um 19:30 Uhr großes Haus, Hauptbühne

Rollen

Vater, Frank:
Tochter, Isabell:
Nachbar, Steffen:
Peggy:
Sebastian:

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