Der Besuch der alten Dame

von Friedrich Dürrenmatt
2 h, inkl. Pause
Von der einst florierenden Stadt Güllen ist nicht mehr viel geblieben: Die Wagnerwerke zusammengekracht, Bockmann bankrott, die Platz-an-der-Sonne-Hütte eingegangen. Leben von der Arbeitslosenunterstützung. Dass die alte Milliardärin und großzügige Stifterin Claire Zachanassian ihrer alten Heimat einen Besuch abstatten will, kommt da gerade recht. Und tatsächlich bietet sie den Güllenern viel Geld - unter einer Bedingung: Eine Milliarde dafür, dass man ihr die Leiche ihres ehemaligen Liebsten Alfred Ills zu Füßen legt. Das Problem daran: Dieser ist noch am Leben.
Durch das ganze Stück geht der Ruf nach Menschlichkeit und Gerechtigkeit. Gehandelt allerdings wird nach dem Diktat des Geldes. Es wird das eine gesprochen und etwas anderes gemeint, gedacht, beabsichtigt, getan. Der Schweizer Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt zeigt in seiner bitterbösen Tragikomödie (Uraufführung 1956) menschliche Moral als reine Fiktion, als abstraktes Hirngespinst.

Inszenierung

Regie:
Ausstattung:
Dramaturgie:
Premiere: 28. September 2018, Burgtheater, großer Saal

Termine

25.02.2020 um 10:00 Uhr Burgtheater, großer Saal
26.02.2020 um 10:00 Uhr Burgtheater, großer Saal
27.02.2020 um 10:00 Uhr Burgtheater, großer Saal
28.02.2020 um 19:30 Uhr Burgtheater, großer Saal Karten bestellen
28.02.2020 um 10:00 Uhr Burgtheater, großer Saal
10.04.2020 um 19:30 Uhr Burgtheater, großer Saal

Rollen

Claire Zachanassian, Butler Boby, Koby, u.a.:
Gatten VII-IX. Loby, Zweite Frau, u.a.:
Alfred III.:
Erster, Bürgermeister, u.a.:
Zweiter, Lehrer, Polizist, u.a.:
Dritter, Pfarrer, Frau III, Zugführer, u.a.:
Presse:

Die Inszenierung bietet Raum zum Weiterdenken, zum Beispiel: Wie weit gebe ich Populisten nach, um sie in die Mitte der Gesellschaft zurückzuholen? Als Kulisse dient ein marodes Bahnhofsgebäude, zusammengesetzt aus beweglichen und aufklappbaren Kisten. Stephan Siegfried verzichtet trotz Puppentheater weitgehend auf Puppen. Er lässt Schauspieler hinter Masken mit gemalten Gesichtern verschwinden und puppen- oder marionettenhaft agieren. Tänzelnd, harlekinesk die einen, steif, wie von einem ungeschickten Puppenspieler geführt, die anderen. Sie sind nicht so sehr Individuen, sondern Typen einer Stadt. Verkörpern die moralische Instanz, den Leichtsinn, die Wut.
Irmela Hennig, Sächsische Zeitung

 

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