Der Besuch der alten Dame

von Friedrich Dürrenmatt

Puppentheater für Jugendliche und Erwachsene

Von der einst florierenden Stadt Güllen ist nicht mehr viel geblieben: Die Wagnerwerke zusammengekracht, Bockmann bankrott, die Platz-an-der-Sonne-Hütte eingegangen. Leben von der Arbeitslosenunterstützung. Dass die alte Milliardärin und großzügige Stifterin Claire Zachanassian ihrer alten Heimat einen Besuch abstatten will, kommt da gerade recht. Und tatsächlich bietet sie den Güllenern viel Geld - unter einer Bedingung: Eine Milliarde dafür, dass man ihr die Leiche ihres ehemaligen Liebsten Alfred Ills zu Füßen legt. Das Problem daran: Dieser ist noch am Leben.
Durch das ganze Stück geht der Ruf nach Menschlichkeit und Gerechtigkeit. Gehandelt allerdings wird nach dem Diktat des Geldes. Es wird das eine gesprochen und etwas anderes gemeint, gedacht, beabsichtigt, getan. Der Schweizer Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt zeigt in seiner bitterbösen Tragikomödie (Uraufführung 1956) menschliche Moral als reine Fiktion, als abstraktes Hirngespinst.

Inszenierung

Regie: Stephan Siegfried
Premiere: 28.09.2018
Bühne: Burgtheater
Ausstattung: Marita Bachmaier
Maskentrainer: Rainer König a.G.

Termine

03.11.2018 um 19:30 Uhr Burgtheater Bautzen, großer Saal Karten bestellen
18.11.2018 um 19:30 Uhr Burgtheater Bautzen, großer Saal Karten bestellen
01.12.2018 um 19:30 Uhr Burgtheater Bautzen, großer Saal Karten bestellen
21.12.2018 um 19:30 Uhr Burgtheater Bautzen, großer Saal
24.02.2019 um 15:00 Uhr Burgtheater Bautzen, großer Saal
15.03.2019 um 19:30 Uhr Burgtheater Bautzen, großer Saal
13.04.2019 um 19:30 Uhr Burgtheater Bautzen, großer Saal
10.05.2019 um 19:30 Uhr Burgtheater Bautzen, großer Saal Karten bestellen

Rollen

Claire Zachanassian, u.a.: Gatten VII - IX u.a.: Alfred III: Bürgermeister, u.a.: Lehrer u.a.: Pfarrer u.a.:
Presse:

Das Puppenspiel bietet dabei die Chance, das als Schulstoff mitunter überstrapazierte Werk neu in den Blick zu nehmen. Das gelingt, weil Regisseur Stephan Siegfried die Güllener nicht einfach nur als geldgierig, sondern als von echter Not Getriebene zeichnet: „Ich habe ein Kind verloren, weil ich die Medizin nicht bezahlen konnte“, sagt ein Vater. Stephan Siegfried schafft es zudem, Fragen über das Offensichtliche hinaus – wie viel Moral bin ich bereit, für Geld zu opfern – zu provozieren. Die Inszenierung bietet Raum zum Weiterdenken, zum Beispiel: Wie weit gebe ich Populisten nach, um sie in die Mitte der Gesellschaft zurückzuholen?  ... Claire Zachanassian ist eine der wenigen wirklichen Puppen im Stück, geführt von Nadjah Saleh lebt sie nur noch für die Vergeltung. Verliert immer wieder Gliedmaßen und fällt nach dem Mord an Alfred Ill ganz auseinander. Fürs Team gab es ob der Ensembleleistung langen Applaus.
Irmela Hennig, Sächsische Zeitung

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